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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1879-01-01 · Heft 1 (Januar 1879) · p. Seite 41

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
28 (1879)
Issue
Heft 1 (Januar 1879)
Article
Zur Amlethsage
Date
1879-01-01
Page
Seite 41 (sequence 4)
Language
German
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Zur Amlethsage. 41 ich bin, sonst schlage ich Dir den Kopf ab. Die Mutter sprach nun zu ihrem Sohne: ״Dein Vater hatte keine Kinder, und da ich fürchtete, daß dessen Verwandte inein Vermögen n e h in e n w ü r d e n, l i e ß ich mich verführ e n, brachte Dir aber unsäglichen N e i ch t h u in". Diese 2 Sagen fordern jedenfalls den Mythologen zum Nachdenken auf; ich füge nur noch hinzu, daß schon bei König David der Plan durch scheinbaren Irrsinn sein Leben vor dem Feinde zu sichern, ausgefiihrt wird'). llhland giebt im 7. Bande seiner Schriften zur Geschichte der Dichtung und Sage über Amleth folgende Miltheilung und zwar: ״Rorik, König von Dänemark, übertrug nach dem Tode Gervendill's dessen Söhne», Hervendill und Fengo, die Nachfolge in der Statthalterschaft über Jütland. Horvendill vollführte als Seeheld so gewaltige Thaten und ließ davon dem König so reiche Beute zukommen, daß er dessen Tochter Geruth zur Gemahlin erhielt, mit der er einen Sohn, Amleth, erzeugte. Solch hohes Glück seines Bruders entzündete Neid und Haß in Fengo's Brust. Er sann auf Nachstellungen, und als sich Gelegenheit ergab, vollbrachte er mit blutiger Hand den Brudermord. In dieser Gewaltthat gesellte er noch die ehebrecherische Verbindung mit der Wittwe des Getödteten. Den Mord beschönigte er damit, daß derselbe zur Rettung Geruth's vor dem Haß und dem Jähzorn ihres Gemahls geschehen sei. Amleth, des Ermordeten Sohn, der diesem Treiben zusah und seinem Oheim verdächtig zu werden fürchtete, suchte sich durch den Schein des Blödsinns zu sichern. Schmutzig und entstellt ging er umher; was er sprach und that, hatte das Gepräge des Aberglaubens. Manchmal saß er am Herde, kehrte die Kohlen mit den Händen zusammen ') Vgl. ferner Karl Eimroct's Sagen und Quellen zu Shakespeare, II. Thcil, wie auch Dunlop's Geschichte der romantischen Rosa, übersei!t von Liebrecht Anmerkung 881—282.

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