Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Recenfionen. 41 ungeeignet"" sei. Dis Assyriologen müssen demnach zur I d e ographie Zuflucht nehmen. Aber damit beginnt erst das Chaos. ״Darüber, ob etwas phonetisch oder ideographisch ausgedrückt werden sollte, entscheidet keinerlei Gesetz, sondern der Schreiber wählte, (oder soll gewählt haben) nach Bequemlichkeit". Dazu kommt noch eine Reihe von Chikanen, die H onophonie und Polyphonie. — Ein einziges Ideogramm bedeutet: ״Sohn" ״Aschur" (Gott und Land) und nochdazu die Präposition ״in"; ein anderes ״Berg", ״Land" ״Beute" und noch dazu das Verbum ״nehmen". Ein Ideogramm soll zugleich die Verba ״nehmen, airfüllen, wägen, ausgießen" ausdrücken. Verf. citirt die Worte des jüngst verstorbenen Asfyriologen M. Schmith, der zahlreiche Inschriften auf Ninive's Trümmern gefunden Hatte, und der, wie soll man sagen, wahrheitsgetrener oder bescheidener einräumt, daß die meisten, wenn nicht alle assyrische Schriftzeichen Polyphone sind" (S. 8). Nun denke man sich einen Text, eine Kriegs- und Siegesgeschichte, die entziffert werden soll, wobei man bei fast jedem Worte rathen muß, ob es eine phonetische Silbe bilde oder ideographisch einen selbstständigen Begriff bezeichne. Verf. führt ergötzliche Beispiele für dieses Tohu-Bohu an, und zwar aus Schraders selbsteigenen Citaten. ״Die Polyphonie bringt es mit sich, daß der Entzifferer bei jedem einzelnen Zeichen fast immer zwischen 2, oft zwischen mehr als 2, in einzelnen Fällen bis zwischen neuen Möglichkeiten die Wahl (und die Qual) hat" (S. 18). Wie können aber die Assyriologen über den ersten Schritt hinwegkommen, um einen mehr als hieroglyphischen Text zu entziffern? Verf. citirt wieder dabei den deutschen Assyriologen, welcher, als Norm für dergleichen Entzifferung, ganz besonders Berücksichtigung des Sinnes und Zusammenhanges der ganzen Stelle ausstellt. Auf dieselbe Weise haben die biblischen Ausleger im Mittelalter duff;