Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1877-01-01 · Heft 1 · p. Seite 40

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
26 (1877)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1877-01-01
Page
Seite 40 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
spine
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829486-2829488--17253-2844302
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

40 Recensionen. und das alte Testament", nicht bloß die gangbare, von den bewährtesten Chronographen fixirte israelitische Chronologie unterst zu oberst gekehrt, sondern auch an dem Pragmatismus des Geschichtsverlaufs gemodelt. Gutschmid's Feldzug gegen diese Historioplastik kommt daher mehr noch der biblischen Geschichte zu Gute. Denn Herodot's Autorität bleibt am Ende unerschüttert, und wenn ihm noch-so viel assyrische Jnschriften-Tafeln mit Epynomen- und Beamtenlisten entgegen gehalten werden. Aber die biblische Historiographie ist von jeher eine ״offene Stadt ohne Mauer" gewesen, in welche Unberufene mehr noch als Berufene eindrangen, um ihr arg mitzuspielen. Der Nachweis, daß die Assyriologie, welche die Geschichte Jsrael's und Juda's zum Tummelplatz ihrer Invasionen auserwählt hat, noch lange nicht berechtigt ist, das große Wort zu führen, dieser Nachweis, wie ihn Gutschmid geführt hat, muß demnach den Hebraisten wie den biblischen Historiker in hohem Grade interessiren. Mit Uebergehung der Einzelnheiten, welche Vers, in der ersten Partie (V—XXVI), in der Anzeige von Dunkers Geschichte des Alterthums, berührt hat, wollen wir uns gleich in medias re8 versetzen. ״Ueberblicken wir diese paläographischen Thatfachen (von dem Mechanismus der assyrischen Schrift), so stellt sich das nicht sehr tröstliche Ergebniß heraus, daß die asiyr. Schrift nur elf Consonanten als solche anerkennt, die unter allen Umständen auseinander gehalten werden müssen (nämlich) k, t, p, r, I, w, 11־, j, a, k,, (ח) s, daß sie mithin gerade nur die Hälfte der Laute des altsemitischen Alphabets regelmäßig wiedergiebt". ״In Folge dessen werdßn die Media« und Tennes gar nicht von einander unterschieden, und ebensowenig die Zischlaute. Für m und w existirt nur ein einziges Zeichen. Daher muß Schräder selbst einräumen, daß die assyr. Schrift ״״durchaus miserabel und für ein semitisches Volk ganz

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.