Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 26 (1877)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Mardochai ben Hillel, sein Leben, seine Schriften und die von ihm citirten Autoritäten
- Date
- 1877-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829486-2829488-2844253--17245-2844295- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
sein Leben, seine Schriften and die van ihm citirten Autoritäten. Sä Das Ms. sucht aber noch durch andere Aeußerlichkeiten dem Verständnisse des Lesers zu Hilfe zu kommen. Es hat durchweg eine Art von Juterpunction, die darin besteht, daß ungesähr dort, wo wir einen Beistrich oder einen Strichpunkt setzen würden, ein dem Beistrich ähnliches Strichelchen (,) gesetzt ist, wo wir einen Punct erwarten würden, zwei solcher Strichelchen (״) nebeneinander. In die Augen fallend ist ferner der Gebrauch eines, in der Mitte schwach gekrümmten, am Ende einen halbkreisförmigen Haken bildenden Striches, der über gewisse Wörter gezogen ist, auch in anderen Handschriften häufig, aber selten so consequent gebraucht wird, als hier. Damit werden in der Regel bezeichnet: 1. die Eigennamen von Ländern, Städten, Flüssen u. s. w. 2. die Namen der angeführten Autoritäten und Schriftwerke, 3. am Schluffe der Citate die Quellen, aus welchen sie geschöpft sind, 4. die mit p׳v eingeleiteten Hinweise, 5. die Bezeichnungen mancher Citate als העתקה-Nsunp'br oder 6 ,גכגום. kurze Bemerkungen nach manchen Citaten, wie: וכן עמא דבר ,קצרתי,האריך הרבה u. s. w., endlich 7. alle Fremdwörter, ganz gleich ob sie die Bezeichnung בלעז haben oder nicht. Der Sopher war, was manuelle Fertigkeit betrifft, Meister in seiner Kunst, sonst aber ein ganz unwissender Mensch, der sich oft die gröbsten Fehler zu Schulden kommen ließ, die bald seine Unkenntniß der neuhebräischen (rabbinischen) Sprache, bald den Umstand verrathen, daß er für den ihm vorliegenden Text absolut kein Verständniß besaß. Diese Unwissenheit, die der Person des unbekannten Schreibers gerade nicht zur Ehre gereicht, erhöhet aber den Werth seiner Arbeit in so ferne, als sie eine Bürgschaft für die Treue seiner Abschrift ist. Ein derartig unwiffender Schreiber konnte eben nur möglichst treu copiren; es ist aber kaum anzunehmeu, daß er den Text durch selbstständige Verbesserungen oder Zusätze verballhornt, oder etwaige Abbreviaturen willkührlich gemacht oder aufgelöst habe. Viele dieser Feh- Frankel, Monatsschrift xxvi. 1. 3