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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 1 · p. Seite 29

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 1
Article
Die Fabel in Talmud und Midrasch
Date
1876-01-01
Page
Seite 29 (sequence 3)
Language
German
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Die Fabel in Talmud und Midrasch. 2S allerlei Stoffe, Zeuge, selbst Felle, wusch, walkte und färbte. Diese zusammenwohuenden Wäscher erzählten bei ihrer gesellschaftlichen Wascharbeit am Teiche gewiß allerlei Fabelgeschichten einander; ungefähr, wie die Mädchen beim Wasserschöpfen nicht wortkarg in Erzählungen sind. Wollte man nun allerl e i Fabeln, die nicht, wie die Thier fabeln, einen bestimmten g e m e i n s ch a f t l i ch e n Charaktereinen gewissen gemeinschaftlichen Grundzug hatten, mit einem gemeinschaftlichen Namen bezeichnen, so nannte man sie am besten: ,משלות כובסים ״Wäscherfabeln", wie sich sie die schwätzenden Wäscher am Teiche bei der Arbeit erzählen; d. h. Fabeln ohne Plan und System, sondern, wie sie ihnen eben einfallen, plan- und systemlos durcheinander. Ich erblicke bariu auch ein Wortspiel; insoferne משלום כובסים an das a. d. a. O. vorkommende: מסלם שבם כובס — was si ch im Volksmunde tu מסלם כובס, Wäscherstraße verkürzt habe »mag — ank l i n g t. משלום כובסים, die von der מסלם כובס stammen. Was mich aber in dieser Auffassung bestärkt, ist folgender merkwürdige, bisher noch von Allen übersehene. Umstand. Von den Männern, von welchen sich im Talmud die Mittheilung findet, daß sie auch auf dem Gebiete der Fabel heimisch gewesen, lebte nur Rabban Jochanan ben Sakkai schon vor der Zerstörung des Tempels und der Stadt in Jerusalem. Denn die bereits oben erwähnte Nachricht von H i l l e l' s Fabelkenntniffen findet sich erst in dem lange nach Abschluß des Talmud angelegten Traktat Sopherim, der, ich möchte sagen, zu den talmudiichen Apokryphen gehört. Dort werden alle Kenntnisse R. I. b. S.'s, also auch seine Fabelkenntnisse, auf seinen Lehrer Hillel zurückgeführt, von dem er sich sie angeeignet haben soll; im e ige ntlichen Talmud aber wird Nichts über irgend welche Fabei-

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