Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zacharias Frankel
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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18 Zacharias Frankel. bild" (Breslau 1863) ein Denkmal errichtet hat, auf das Anregendste und Förderlichste unterstützt, wohl sammelte er mit seinem rastlosen, von äußeren Veranlassungen nur in der Richtung bestärkten Fleiße ein staunenerregendes Wissen, aber ihn drängte es, die Forschungsweise, die ihn leitete, den Geist, von dem er erfüllt war, auf Andere zu übertragen und mächtig erhob er 1853 den Ruf nach Gründung eines jüdisch-theologischen Seminars. Dieser Ruf wurde von den Männern vernommen, die damals gerade durch die Jonas Fränkelsche Stiftung zu Breslau in die Nolhwendigkeit versetzt waren,mit dieser Frage sich zu beschäftigen. Es bleibt ein unverwelkliches Verdienst des um das Breslauer jüd.-theol. Seminar auch sonst hochverdienten Joseph Lehmann, des verewigten Begründers des Magazins f. d. L. d. A., Frankel für diese Anstalt gewonnen zu haben. Am 10. August 1854 bereits wurde die Anstalt unter dem Tirektorate Frankels eröffnet, dessen sie sich auch in ununterbrochener Folge zu ihrem wie zu zahlreicher jüdischer Gemeinden Heile und zum Segen der jüdischen Wissenschaft bis an sein Lebensende zu erfreuen hatte. Es ״mahnt die Kürze des menschlichen Lebens, daß unaufhaltsam nach einem großen Ziele gestrebt werde und der Geist sich nicht durch manches Einladende, das auf dem Wege dahin ihn zu manchen Abwegen verlockt, von diesem Ziele abbringen lasse." Diesen seinen Ansspruch könnte man als Aufschrift über Frankels Leben setzen. Mit zielbewußter Sicherheit und jener stolzen Enthaltsamkeit, die das Gold auf den Seitenwegen liegen läßt, um rascher und gewisser zum Ziele zu gelangen, hat er auf der Bahn sich gehalten, die er von Anfang an seinem Forschen vorgezeichnet hatte. Er war ein Schriftgelehrter im eigentlichsten und besten Sinne des Wortes. Aber sie umfaßt ein weites Feld, seine Schriftgelehrsamkeit! Mit der Zeit war die Schrift in verschiedene Sprachen übersetzt worden, mit ungleichen Kräften, in mannigfacher Absicht, in