Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zacharias Frankel
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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17 Zacharias Frankel. Landen, und besonders in der preußischen Gesetzgebung auszurotten, das dem Juden das Vertrauen zur Zeugenschaft entzog und vorenthielt." Jedes Blatt der Geschichte der verflossenen Jahrhunderte ist mit dem Blute der Juden gefärbt, und jede Zeile zeigt von muthwilliger Verstoßung, von vorsätzlicher Zertretung. Nicht an den Pöbelaufläufen und den durch Fanatismus geheiligten Ermordungen der Juden allein darf man ihre Geschichte beurtheilen; an den Richterstätten verweile man, die Archive der Gerechtigkeit gehe man durch, um die Leiden der Juden zu ermessen, um zu erkennen, was man gut zu machen habe, um von den Vorurtheilen, in denen man noch heute an der Stätte des Rechtes zuweilen befangen ist, sich loszusagen." Der Mann, der diese markigen Worte schrieb, fand nicht eher Ruhe, als bis er auch zur Zeugenschaft den Juden den Weg gebahnt hatte durch sein Werk: Der gerichtliche Beweis nach mosaisch-talmudischeni Rechte, ein Beitrag zur Kenntniß des mosaisch-talwudischen Criminal- und Civilrechts (Berlin, Veit 1846). Als muthvolle That im Interesse der jüdischen Sache wurde ihn! auch von den Zeitgenossen sein offenes Schreiben an den preußischen Minister Eichhorn 1843 angerechnst, das seine Ablehnung des Berliner Rabbinats, zu dem er unter Bestätigung der Regierung berufen wurde, so uners chrocken, die Rechte der Juden in Preußen gewissermaßen förderte und begründete. Präktisch wirkte er auch für das Judenthum in seiner von 1844— 1846 fortgeführten ״Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums", an deren Stelle er von 1852—1868 die ״Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums" herausgab. Aber es sollte ihm vergönnt sein, auf weniger geräuschvolle und seiner ruhiger Forschung zugeneigten Seele mehr entsprechende Art für seine Glaubensgenossen praktisch zu wirken. Wohl war sein Amt ein zufriedenstellendes, von Erfolgen nach außen gekrönt, von edlen Freunden, vor Allem dem bekannten Dr. Bernhard Beer, dem er selber in einem ״Lebens-- und Zeit- Frankel, Monatsschrift xxv 1. 2