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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1876-01-01 · Heft 1 · p. Seite 6

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
25 (1876)
Issue
Heft 1
Article
Die politische Geographie Palästina's im vierten und fünften Jahrhundert
Date
1876-01-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Die politische Geographie Palästina's den David ihm zum Platz für den künftigen Stempel abgekauft habe, oder daß es der Stein Schatija sei, welcher in dem zweiten Tempel sich im Allerheiligsten befunden hat. Wie hätte dieser Stein Platz im Allerheiligsten finden können, das nur 26 Ellen — 40 Fuß Länge und Breite hatte? Der größte Theil des Raumes müßte also von dem 30 Fuß langen Sakkarah-Felsen eingenommen gewesen sein, was absurd ist. — Jerusalem war also vom zweiten Jahrhunderte an für den jüdischen Stamm nur eine Erinnerung, aber sie wirkte um so nachhaltiger, als die Wirklichkeit sie nicht Lügen strafte. Wäre es von Juden bevölkert gewesen, und hätten diese unter der fanatischen und übermüthigen christlich-römischen Bevölkerung eine armselige Stellung eingenommen, so hätte sie auf die Juden in der Diaspora nicht den Zauber ausüben können. Hauptstadt des Landes war in dieser Zeit C ä s a r e a am Meere, welche von den Juden als Todfeindin Jerusalems angesehen wurde. ״Kisrin, die Tochter Edoms (נקסרין בת אדום" wurde von ihnen eben so verabscheut wie Rom, oder vielleicht noch mehr, weil die in der Welthauptstadt gegen die Juden beschlosienen Feindseligkeiten und Grausamkeiten durch Cäsarea vollstreckt wurde. Hier war der Sitz des römischen Landpflegers, oder wie er sich gerne titulirt wissen wollte, Proconsuls (ävTvnamg). Als Metropole des ersten Palästina siedelten sich früh Christen darin an, oder Einwohner desselben wurden zum Christenthum bekehrt. Im Jahre 198 soll schon eine Synode in Cäsarea getagt haben und seine Bischöfe, die sich den stolzen Titel Metropolitane beilegten, hatten mehr Einfluß als selbst der Patriarch von Jerusalem. Trotz des judenfeindlichen Geistes, der in dieser Stadt gewissermaßen von ihren Anfängen an herrschte, wohnten doch in dieser Zeit wieder Juden darin, und die jüdische Gemeinde hatte auch bedeutende Gesetzeslehrer. Aber ein bedeutendes Lehrhaus hatte Cäsarea nur für kurze Zeit. ') '1 Vergl. Z. Frankel. Einleit, zu Jeruschalmi p. S a.

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