Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 25 (1876)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die politische Geographie Palästina's im vierten und fünften Jahrhundert
- Date
- 1876-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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int vierten und fünften Jahrhundert. 5 stein erhielt in der Zukunft eine große Wichtigkeit. Als die Mohammedaner Jerusalem erobert hatten (636), beschloß der erste Chalife Omar auf der Stätte, wo einst der Tempel gestanden hatte, eine Moschee zu errichten. Juden fanden sich aber nicht in der Stadt, um de» Platz zu bezeichnen, hätten vielleicht auch Anstand genommen, ihn anzugeben, um nicht zur Entweihung desselben die Hand zu bieten. Omar wandte sich an den damaligen Patriarchen Sophronius unb andere christliche Priester, ihm den ehemaligen Tempelplatz anzuqeben. Diese machten Anfangs Ausflüchte und zeigten endlich auf ein mit Schmutz bedecktes Felsenstück, d. h. auf den Stein, an welchem die Juden an dem Trauertage alljährlich zu weinen pflegten und den die Christen mit liebevoller Pietät mit Unrath zu bewerfen pflegten. Es sollte von Seiten der christlichen Priester ein Hohn sein, daß dieser besudelte Fels ein Stück des ehemaligen Tempels sei. Omar selbst half diesen Stein säubern, machte ihn zum Mittelpunkte der Moschee, die er errrichten ließ. Er bildet noch heute den Mittelpunkt derselben, und davon hat sie bekanntlich den Namen : Es-S fl k k a r a h oder es-S u k k r a h , b. h. die Fels e n m o f ch e e. Der Felsen ist etwa 30 Fuß lang, fast eben so breit und vier Fuß hoch. Man kann fast von ihm sagen: אבן מאסו הבונים היתה לראש פנה. Lächerlich sind die Legenden der Mohammedaner bezüglich dieses noch heute durchlöcherten Felsens, daß von ihm aus die Auferstehung stattfinden würde; aber nicht weniger abgeschmackt sind die Conjecturen moderner Geographen: daß der Fels derselbe sei, auf dem der Jebuffite Arawna gedroschen, und Pesachim ». 35 p): מן מה דאינן חמין רכנן שלחין סנדליהון תחת חאגוף של חר הבית, daß die Gesetzeslehrer beim Betreten des Tempelberges ihre Sandalen anszuziehen pflegten, kann sich ja auf den kurzen Besuch Jeruso, lems am Trauertage beziehen. Die קהלא קדישא דירושלס gehört in die Zeit des Alexander Severus', in der es den Juden ausnahmsweise gestat« tet war, in Jerusalem zu wohnen. Die anderen Relationen von Besuchen in Jerusalem beweisen nichts, die Besuche geschahen heimlich .טמשין אזלין וטמשין נחתין Vergl. Graetz Geschichte IV S. 462.