Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die in einer Münchener Handschrift aufgefundene erste lateinische Übersetzung des Maimonidischen "Führers"
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 6)
- Language
- German
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14 Die in einer Münchener Handschrift aufgefnndene erste lateinische Kais heim stanlint. Der Umstand, daß Albertas Magnus und Thomas von Aquino den More häufig benutzen und citiren, sicherte demselben das Bürgerrecht in der scholastischen Literatur und einer lateinischen Uebersetzung desselben den Schutz der Klosterbibliotheken, in denen jedes andere jüdiscl>philosophifche Werk vielleicht vernichtet oder als Schreibmaterial für Breviarien und Mönchschroniken verwandt worden wäre. Albertus' Geburtsort Lauingen in Schwaben liegt nur in geringer Entfernung von Kaisheim, der Einfluß Alberts in Schwaben und Bayern war sehr bedeutend, er bekleidete bekanntlich eine kurze Zeit die Würde eines Bischofs von Regensburg und verweilte auch später auf seinen Missionsreisea öfter iir München, Augs׳ bürg und in zahlreichen anderen bayerischen und schwäbischen Städten und Klöstern : in D o u a u w ört h, in dessen nächster Nähe Kaisheim und Lauingen liegen, (im Kloster zum heiligen Kreuz, Mai 1263 vgl. Sigbart Albertus Magnus S. 386) und in demselbeit Jahre auch tu Po ll in gen (Sighart S. 157), aus dessen Klosterbibliotbek das der hiesigen Staatsbibliothek gehörige Exemplar der Giustinianischen Ausgabe stammt, und es ist unzweifelhaft Alberts oder seiner Schüler Einflüße zu danken, daß׳ ein Exemplar des maimonidischen Werkes nach Deutschland, speziell nach Albertit's engerer Heinrath Schwaben kam und daselbst in einer Klosterbücherei neben Alberts eigenen Schriften ") sorgfältig aufbewahrt uub vielleicht durchstudirt wurde. Der erste Herausgeber der lat. Uebersetzung des More Augustinrrs Giustiniani, Bischof von Nebbio (episoopus Nebiensis) gehörte gleich Albertus Magnus dem Dominikanerorden an, in dessen Convente er 18 Jahre lang das Amt eines Lehrers bekleidete, (Richard Simon lettres choisies 111, 1 l.) und folgte sicherlich einer durch Alberts Beispiel genährten Ordenstcadition über den Werth des More bei der von ihm besorgten Herausgabe einer lat. Uebersetzung dieses Werkes.1a) Der Beweis, daß unsere Handschrift in der That die erste