Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die in einer Münchener Handschrift aufgefundene erste lateinische Übersetzung des Maimonidischen "Führers"
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 3)
- Language
- German
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Uebersetzung des Maimonidischen ״Führers." 11 bliothek (Calal. Cod. latinorum bibliolhecae regiae Monacensis ed. Halm, Thoma* et Meyer tom. 1 pars III pag. 208 : s(Kaish. 36b) 1700 (7936 b) membr. 4« 8. XIV, 124 fol.: Rabi Moysis expositio nominum in libris Prophelarum] herübergenommen. Die ersten Zeilen der Handschrift belehrten mich, daß dieselbe eine lat. Uebersetzung des More enthalte und eine sorgfältige Untersuchung verschaffte mir die Gewißheit, daß es eben jene älteste für verschollen gehaltene latem. Uebersetzmig des More sei, welche hier in einem prachtvoll erhaltenen Codex vollständig vorliegt. Eine weitere Untersuchung brachte das interessante Ergeb» niß, daß die von Ginstiniani 1520 herausgegebene lat. Uebersetzung mit der in unserer Handschrift aufbewahrten alten Uebersetznng vollkommen identisch ist und daß Ginstiniani, der über seinen Antheil an dem Werke ein Halbdunkel verbreitet, kein anderes Verdienst beanspruchen kann, als die alte lat. Uebersetzung durch zahlreiche sinnentstellende Fehler oft bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet, zum Drucke befördert zu haben. ף •■>) Einige biographische und literarhistorische Notizen über Ginstiniani mögen hier eingeschaltet werden. Augustinus Ginstiniani, 1470 zu Genna als Sproß eines alten Adelsgeschlechtes geboren, trat schon in seinem 14. Lebensjahre in den Orden der Dominikaner ein, wurde jedoch von seinen Eltern aus dem Kloster genommen und nach Arragonien geschickt, um einige Jahre darauf abermals zu Pavia in den Orden zu treten. Seine Schriften: prccatio pietalis plena ad Deurn omnipotentem ex 72 noininibus divinis ebraicis et latinis cum Interpret« cominentariolo (Vened. 1513), eine lat. Uebersetzung des Hiob (Paris 1516) und der sünfsprachige Psalter (Genua 1511) bekannt unter dem Namen psalterium Nebiense (vgl. Wolf bibl. hebr. II, 358, Steinschneider. Cat. cod. hebr. p. 5) verschafften ihm den Ruf eines bedeutenden Orientalisten. Zum Bischof von Nebbio in Corsica ernannt, verwaltete er seine kleine Diöcese von Ferne und ver-