Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 24 (1875)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die in einer Münchener Handschrift aufgefundene erste lateinische Übersetzung des Maimonidischen "Führers"
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
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10 Die in einer Münchener Handschrift aufgefundene erste lateinische gen Freunde der mittelalterlichen Philosophie waren für das Verständniß des More bis in die neueste Zeit auf die von Angustinus I n st i n i a 11 u s (Giustinia n i) zu Paris l 020 veröffentlichte und auf des jüngeren Buxtorfs lateinische Uebersetznng (Basel 1629) angewiesen. Die erstgenannte/ deren Herausgeben in seiner Vorrede der ältesten la teinischen Uebersetzung des More in ziemlich zweideutigen Ausdrücken gedenkt 6) und über deren Autorschaft die Ansichten getheilt waren — sie wurde anßer Giustiniani noch dem spanischen Arzte Jacob Mnntmo (16. Jahrh.) oder einen! älteren Unbekannten zugeschrieben — gehört zu den bibliographischen Seltenheiten 7) und ist selbst von den Spezialforschern wenig oder gar nicht beachtet worden, wozu vielleicht auch die scbon von Scaliger gerügte schlechte Beschaffenheit des Textes beigetragen haben mag. Wolf (bibl. hebr. Hl, 780) besitzt ein ״exeinplum rarissimum“ derselben, Munk nennt sie une traduction presque incoiinue 8) und Joel kennt sie blos aus der Anführung in Wolfs bibl. bebraioa und muß sich der lat. Uebersetzung Buxtorf's bedienen, ivährend er ״am liebsten, wenn sie ihm zu Gebote stünde, die älteste lat. Uebersetzung, als die eigentliche Quelle, aus der Albert geschöpft hat, angewendet" hätte (p. XIV). Jene älteste lateinische Uebersetzung des More habe ich nunmehr in einer aus dem ehemaligen Kloster Kais heim (Kaisersheim. Caesarea bei Donauwörth, jetzt eine Strafanstalt) in die k. Hof- und Staatsbibliothek dahier herübergekommenen Handschrift entdeckt. Da die mit den Worten Incipil Über k. Mossei beginnende Handschrift keinen Titel trägt, so wurde sie von den Kaisheimer Mönchen mit der ans den Worten der Einleitung: ״istius libri prima inlentio esl explanare diversitates nominum quae inveniunlur in libris prophetarum“ erschlossenen Bezeich- NUNg Rabi Moysis exposilio nominum in libris prophetarum versehen und diese Bezeichnung auch in den gedruckten Catalog der lateinischen Handschriften der hiesigen k. Hof- und Staatsbi-