Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Halachakritik
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 4)
- Language
- German
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zugleich sechster Artikel zur Halachakritik. 33 Daß von dieser Erkenntniß ausgehend, welche aus der Darstellung sich ergeben wird, die auf dem babylonischen Talmud oder vielmehr auf dem Conglomerat bssdor Talmuds sich stützende Wort- und Sacherklämng anders als bisher ausfullmr muß-, ist selbstverständlich. Zur Richtigstellung dieser beiden Beziehungen soll, wie die Ueberschrift lautet, neben nicht unwichtigen Resultaten in halachischer Beziehung — die Erkenntniß beider Seiten ist nothwenbig von einander bedingt, — folgende Untersuchung einen Beitrag liefern. Den Ausgangspunkt nehmen wir von dem am Schluß des ersten Theiles dieser Abhandlung (vrg. Jhrg. S. 475) versprochenen Nachweise, daß der babylonische Talmud über יון קברות* eine andere Auffassung hat, als die älteren Quellen der Haiacha. In Tosifta Oholot 18 gegen Ende heißt es: מצא שדה טצוייגח,ואונו.ידוע ב!ה טיבו אם יש בה אילן בידוע שנחרש קבר בתוכה אין בה אילן בידוע שאבד קבר בתוכה. Der Sinn dieser. Stelle ist klar und unzweideutig folgender: Da es zwei Arten, vau Feldern gegeben, welche durch überkalkte Steine gekennzeichnet waren, der Charakter der טומאה aber bei jedem von ihnen ein verschiedener ist, so gibt die Voraita ein Mittel an, beide von einander unterscheiden zu können. Wachsen nämlich Bäume auf demselben, so beweist dieses, daß es ein שרה שנהרש בה קבר sei, wachsen keine Bäume darauf, so gilt es M שדה שאבד בה קבר, Dies.eS,Kennzeichen beruht auf der (Oholot 18, 3) angegebenen Bestimmung, daß nämlich auf ersterem Felde Bäume gestanzt werden dürfLU» nicht aber auf letzterem. Daß. die Richtigkeit dieser Erklärung keinem Zweifel unterliegt — der übrigens zunächst gar nicht Mängel unserer Mischna in keiner Weise verantwortlich, aber auch die Niyoräer nicht, weil veränderte geschichtliche Verhältnisse sie zwangen, ihre Anschauungen in die palästinensische Mischna hineinzutragen. Frankel, Monatsschrift XXIII. 1. 3