Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur Halachakritik
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 3)
- Language
- German
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82 Lexicalisches und Archäologisches im Talmud II, Doch müssen wir bemerken, daß, so beispiellos selbstständig er diesen seinen neuen Weg betritt, — so verschmäht er es, seines neuen festen Standpnnctes sich bewußt, sich in eine Polemik mit seinen Vorgängern, zu welchen keine geringeren, als alle ראשונים gehören, einzulassen, sondern sein gegen sie gerichtetes Votum in Ruhe auszusprecheu — es ihm dennoch nicht zum Bewußtsein gekounnen, von welcher Tragweite seine neue Lehrmethode sein kann. Er glaubte nämlich, daß seine Emendationen der Mischna nach der Tosifta sich mit dem babylonischen Talmud vertragen, half oft mit Emendationen in der Gemara nach *), während ein eonsequentes Verfolgen feiner Spuren, das Resultat als unzweifelhaft erscheinen läßt .׳ daß unsere Mischna das Product der durch die babylonische Inter pretat i on stark em end irten älteren Recension der Mischna ist, welche letztere uns in der Tosifta aufbewahrt ist, und den Text z u m j e r u s a l e ui ischen Talmud bildete, wie u nsere zum babylonischen?) l) vgl. zu Oholot 16, 3 auch citirt S. 428 Anm. 1 Ende vrg. Jahrg. Darum vermissen wir seine sonst kühne Kritik da, wo die Er- Llärung des Babli unzweideutig ist und eine Emendation in der Mischna nicht zuläßt. So sehen wir uns in den von uns zu behandelnden Gegenständen von ihm verlassen. Tie schon citirte Stelle (vgl. Jhrg. S. 156 Annr. 1) והך מתניחן לפי גמרא רילן לא אתבררא לן פירושא ist eine Ausnahme und beweist, daß er eine Allsgleichung in den meisten Stellen für sicher hielt. a) Ich verdanke dieses Resultat zunächst der folgenden Untersuchung, durch welche es sich meiner Ansicht nach klarer als Sonnenlicht herausstellt; ich habe mich aber dabei nicht beruhigt und diese Behauptung nicht eher auszusprechen gewagt, als bis ich durch Durchforschung einer großen Reihe von Themata dieselbe immer mehr bestätigt fand und so bei mir feststeht. ^Bermitteift dieses Ariadnefadens finden wir 1ms im Labyrinthe beider Talmude zurecht. Wir werden in einem folgenden Artikel, überschrieben: ״Das Verhältnis der Tosifta und Mischna zu einander" diesen Gegenstand ausführlich besprechen und alle entgegenstehenden Bedenken beseitigen. Jedenfalls waren die Schläge gegen R. Jehuda Hanaßi von den Hyperkritikern in die Lust geführt, denn er ist für die