Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Septuagintal-Codex des Ulfilas
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 4)
- Language
- German
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Der Septaagintal-Codex des Ulfilas. 4L er?, v3Aqop, tQictxovm ra Suo. Diese Stellen fehlen ebenso im massor. Texte wie in den LXX und Ulfilas. Die in V. 18, 19 und 20 nach der Mas. auch in LXX angeführten Namen und Zahlen, fehlen wenigstens in derselben Form in ,Eaöoag A\ während sie Ulfilas übersetzt. Die in allen Texten angeführten Namen sind in E A’, so wesentlich gräcisirt, daß die im Ulfilas übersetzten deutlich als aus den LXX geflossen erscheinen. Ebenso klar sprechen die Zahlen für unsere Behauptung. So wesentlich die Zahlen in *E. A’ von denen in B’ abweichen, so genau stimmen die des Ulfilas — mit Ausnahme der noch zu besprechenden — mit dem B'-Texte überein. Wichtiger für unsere Betrachtung ist zu constatiren, daß das A. T. Ulfilas', wenigstens in der uns den Esra aufbewahrenden H. S., frei vor! Einmischungen der Vulgata geblieben ist; Uebereinstimmungen derselben mit dein massoretischen Texte also nicht aus der Vulgata, sondern aus dem Septuagintal-Texte des Ulsilas stammen. Zwar ist schon im Allgemeinen schwer einzusehen, daß das weniger geläufige A. T. von den Gothen in Italien sollte nach der Vulgata emendirt worden sein, selbst wenn man dies beim N. T. zugiebt. Aber unter zehn in unserenr Texte von der Septuaginta und Vulgata abweichenden Zahlen wird doch Niemand nur zwei nach der, Letzteren richtig stellen, die übrigen aber im Widerspruche lassen. Ebenso weichen, wie wir gleich sehen werden, einige Namen in Uebereinstimmung mit dem massor. Texte von den Sept. ab. Auch hier kann von einer Emendation nach der Vulgata kaum die Rede sein, da sich die übrigen unverändert und gewissenhaft an den LXX-Text anlehnen. In einem Worte möchte ich aber namentlich einen Beweis für meine Behauptung suchen, daß die alttestamentlichen Fragmente des Ulfilas, wie sie auf uns überkommen sind, frei von Emendationen der Vulg. sind; in dem Worte בית לחם, das sich im 21. Verse des II. Kap. Esra findet. Im N. T. — Lucas II, 4 und Joh. 7, 42 findet sich der dem christlichen Gothen in Italien aus der Vulgata und Liturgie geläufige Name mit Bethlaihaim (mit h) wiedergegeben, während