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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 1 · p. Seite 32

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 1
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 32 (sequence 19)
Language
German
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32 Nabbinischs Agada's in 1001 Nacht. sprach das väterliche Gebot za beachten und nie zu schwören. Nach dem Tode des Vaters traten Betrüger mit bedeutenden Forderungen an den Sohn heran: zahle uns die Suininen, welche uns Dein Vater schuldete. Der Sohn stellte die Forderungen in Abrede, es kam zum Processe und es ward ihm ein Eid auferlegt. Da dachte der Sohn: Was soll ich anfangen? Wenn ich schwöre, so entweihe ich den Namen Gottes und verletze das väterliche Gebot. Ich bezahle lieber, als daß ich schwöre. Er verwandte das ganze von seinem Vater hinterlassene Vermögen zur Bezahlurig der vorgebrachteir Forderung, so daß ihm Nichts übrig blieb. Die Betrüger traterr mit neuerr Forderungen auf und verlangten einen Eid, daß er kein weiteres Vernrögen besitze, er beharrte dabei, nie zu schwören und wurde zur Haft gebracht. Seine tugendhafte und schöne Frau schämte sich, die Mildthütigkeit Andrer in Anspruch zu nehrnen und verdiente sich als Wäscherin ihren, ihres eingekerkerten Mannes und ihrer Kinder Lebeusuuterhalt. Eines Tages ging sie an den Fluß, um mit ihren Söhneu zu waschen, da landete ein Schiff und als der Eigenthümer derselben sie sah, wurde er von Leidenschaft zu ihr ergriffen und sprach: Wasche meine Wäsche und ich bezahle Dir einen Golddinar. Sie willigte ein, nahm den Dinar und verwandte denselben zur Auslösung ihres Mannes aus dem Gefängnisse. Als sie die Wäsche zurückbrachte, hielt sie der Schiffseigenthümer auf dem Schiffe fest und segelte mit ihr fort. . Ihre Söhne standen am Ufer weinend und berichteten ihrem Vater den Vorfall. Dieser erhob seine Augen zum. Himmel und betete zu Gott: ich danke Dir, daß Du mich in eine solche Lage gebracht hast, erbarme Dich meiner und meiner unmündigen verwaisten Kinder. Der Vater und die Kinder wanderteu dann zusammen, bis sie an einen in der Nähe des Meeres gelegenen Strom kamen. Da keine Fährte vorhanden war, um den Letzteren zu überschreiten, so zog der Fromme seine Kleider aus, um über den Strom zu schwimmen. Von der Strömung erfaßt, rettete sich der Fromme mit seinem jüngeren Sohne auf einem großen Brette, welches ihn der Herr finden ließ. So gelangten die Beiden in eine Gegend, wo sie als Hirten ihr Unterkommen fanden. Die anderen am Ufer des Flusses zurückgebliebenen Söhne weinten unb schrieen, bis ein Schiff ankam und sie in die Ge-

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