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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 1 · p. Seite 30

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 1
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 30 (sequence 17)
Language
German
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80. Rabbmische Agada's in 1001 Nacht. funben hatte uub ein tüchtiger Kaufmann wurde, von diesem frommen und gerechten König und begab sich auch zu ihm und ward bald zum Verwalter der königlichen Güter ernannt. Nicht lange nachher kam auch der Kaufmann auf die Insel, welcher des Königs Frau bei sich ausgenommen und ihr versprochen hatte, sie nie zu verlassen und ihr stets Alles zu dieten, daß sie ungestört der Gottesverehrung leben könne. Als der Kaufmann mit der Frau vor der Insel Anker gewürfen hatte, nahm er allerlei kostbare Kleidungsstücke und andere edle Erzeugnisse des festen Landes zu sich und ging damit zum König, uni sie ihm als Geschenk anzubieten. Der König freute sich sehr damit und machte ihm herrliche Gegengeschenke. Da unter den Geschenken des Kaufmanns einige Wurzeln und Medikamente waren, deren Namen und Gebrauch der König kennen wollte, bat er den Kaufmann, bei ihm zu übernachten und ihm Alles zu erklären. Aber der Kaufmann erwiederte: ״O König, ich habe auf dem Schiss eine fromme Frau, deren Gebet mir Segen bringt und der ich beständigen Schutz versprochen habe; ich kann sie nicht allein auf dem Schiffe lassen. Der König sagte: ״Ich will zuverlässige Männer zu ihr schicken, die sie und das Ihrige bewachen und beschützen werden. Da der Kaufmann Nichts hierauf zu entgegnen hatte, willigte er ein, bei dem König zu bleiben und dieser schickte seinen Sekretär und seinen Verwalter auf das Schiff und befahl ihnen, es die ganze Nacht zu bewachen. Sie gingen auf das Schiff, der Eine setzte sich auf den Vordertheil und der Andere auf den Hintertheil desselben. Nachdem sie einen Theil der Nacht mit Beten zugebracht hatten, sagte Einer zum Andern: ״Da uns der König befohlen hat, das Schiff zu bewachen, so wollen wir, um nicht einznschlafen, uns mit einander von den Wsltbegebenheiten oder von unfern eigenen Abenteuern und Erfahrungen unterhalten." Da erwiederte der Andere: Ich habe schon viel ersahren, denn das Schicksal hat mich von meinen! Vater und meiner Mutter getrennt; auch hatte ich einen Bruder, der so hieß wie Du; wir waren auf einem Schiffe beisammen, das der Sturm zerschmetterte, und so wurden wir von einander getrennt." Als der Erste dies hörte, fragte er nach den Namen seiner Mutter und seines Vaters, und als Jener sie nannte, warf er sich ihm

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