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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 1 · p. Seite 29

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 1
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 29 (sequence 16)
Language
German
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Ein Beitrag zur Geschichte der Wanderung orientalischer Mährchen. 29 Die Wellen ließen sie nicht lange beisammen. Die Frau wurde ans Land gestoßen in ein kleines Dorf, einer ihrer Söhne in ein entlegenes Städtchen , der andere wurde von einem vorübergehenden Schiff a u f g e n o m m e n, den Vater aber stießen die Wellen auf eine entfernte Insel. Sobald er dort anlangte, wusch er sich im Meer und betete; da sah er v e r« schiedenartige Gestalten aus dem Meere st eigen, die m i t i h m beteten. Nach vollendetem Gebets ging er auf einen Baum zu und sättigte sich an dessen Früchten. Dann fand er auch eine Wasserqnelle, an welcher er seinen Durst löschen koirnte, wofür er Gott dankte. So lebte er drei Tage lang, und so oft er betete, beteten die Gestalten, die dem Meere entstiegen, mit ihm. Am vierten Tage hörte er ei ne Stimme, die ihm zurief: 0״ frommer Mann, der seinen Herrn verehrt und den Willen seinesVaters achtet, betrübeDich nicht! Gott wird Dir Alles wieder ersetzen, was Du verloren ha st; auf dieser Insel sindunermeßliche Schätze verborgen, die Dir der Herr scheuken will und durch Dich soll diese Insel angebaut und bewohnt werden; ich werde viele Schiffe zu Dir hersenden, sei gütig gegen die Leute, die darauf sind und lade sie ein, bei Dir zu bleiben, Gott wird ihre Herzen Dir zuneigen." Der Mann fand bald die Schätze, die ihm Gott versprochen hatte, bald kamen auch mehrere Schiffe auf die Insel, und da er sehr wohlthätig und zuvorkommend gegen die Leute war und sich sehr angelegentlich nach den Armen und Bedürftigen erkundigte und sie unterstützte, so kamen immer mehr Auswanderer herbei von allen Ländern her und nach kaum zehn Jahren war die Insel angebaut und hatte eine sehr ansehnliche Bevölkerung, die den frommen Juden zum König erwählte. Der neue König wurde bald allenthalben wegen seiner außerordentlichen Wohlthätigkeit berühnlt, so daß sein ältester Sohn, den ein guter Mann aufgenommen hatte und sehr sorgfältig ausbilden und erziehen ließ, auch von ihm hörte und zu ihm reiste, ohne zu wissen, daß er sein Vater war. Der König nahm ihn sehr gut auf und machte ihn bald zu seinem Geheimsecretär. Bald darauf hörte auch der jüngere Sohn, der ebenfalls einen guten Erzieher, ge-

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