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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 1 · p. Seite 25

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 1
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 25 (sequence 12)
Language
German
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Ein Beitrag zur Geschichte der Wanderung orientalischer Mährchen. 25 den sonstigen talmudischen Agadoth bedeutend abstechenden Erzählunaen über N. Chanina b. Dosa fremden, etwa persischen Mustern nacbgebildet wurden. Wenn die Sagenforschung diese Vernmthung bestätigen wird, so ist ein Schlüssel für das Verstandniß zahlreicher dunkeler Agadoth und der Entwickelungsgeschichte der Agada überhaupt gewonnen. Es bleibt noch zu untersuchen, woher die Differenz in den sonst zusammenstimmenden Erzählungen entstanden ist, daß in der einen der Fuß eines goldenen Tisches und in der andern ein Rubin vom Himmel herabgereicht wird. Ueber den Aufenthalt der Froimnen in: Paradiese wird verschiedentlich im Talmud und dem späteren Midrasch berichtet. Nach der bereits besprochenen Stelle Ruth Nabba c. 3 wird vorausgesetzt, daß jeder Fromme seinen eigenen Baldachin habe. R. Josna ben Lewi, dem der Todesengel schon bei dessen Lebzeiten seinen zukünftigen Platz im Paradiese zeigt, findet daselbst den N. Simon b. Jochai auf dreizehn (nach tälmudischem Sprachgebrauch — zahlreichen) goldenen Bänken oder P o l st e r n sitzend, דהוה יתיב על חלח עשר חכתקי פיזא (Kethub. 77 b). Der Prophet Elias zeigt einem Jünger auf sein Verlangen die Frommen im Paradiese und schildert ihm als besonders ausgezeichnet den Thronsessel des R. Chijja, welchen anzuschauen er ihm untersagt. Während die Sessel der andern Frommen von Engeln in Bewegung gesetzt werden, setzt sich der Sessel des R. Chijja von selbst in Bewegung, לבר מ ג ו ה ר ק י ה דרבי חייא דלא חסהכל ביה — דמנפשיה סליק ונחיח. Ter Jünger, der trotz der Mahnung Elias' den Sessel R. Chijja's anschaute, wurde durch zwei Feuerfunken geblendet. Durch Gebet am Grabe N. Chijja's erlangte er die Sehkraft wieder, dieselbe , war jedoch immer sehr geschwächt (Baba Mezia 85b)*) — גוהרקא, ans dem die Frommen im Para- *) Der Tradent dieser Sage heiß! רב חביב א בר סורמקי, Der seltene Name scheint mit Rücksicht auf die mitgetheilte Erblindung und spätere Augenschwäche des Jüngers, non pers.: סרמק, surmah Augensalbe gewählt zu ein. Aus Iowa Iva geht hervor, daß R. Chabiba b. S. ein Baby- Ionier war, vgl. Jrankcl Einleitung in den jerus. Talmud 79 a. Neben סורמקי besteht auch die Leseart סומקי (Dikd. Sof. zu Joma) und 'סטוק (Juchasin ed. Philipowski 135) aus Samarkand, dem in den arabischen Märchen vielgefeierten Sitze orientalischer Kunst und Wiffenschaft.

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