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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 1 · p. Seite 22

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 1
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 22 (sequence 9)
Language
German
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22 Rabbinische Agada's in 1001 Nacht. Etwas spende." Da ragte wie eine Hand vom Himmel herunter und reichte ihm einen Fuß vom goldenen Tische. Die Fran sah darauf im Traume, daß die Frommeni m P ar «diese an dreifüßigen Tischen speisen, während ihr Gatte an einem zweifüßigen Tische speisen sollte und sie frug ihn: ״Ist es Dir recht, daß alle Welt an einem ganzen undbloß wir an einem man׳ gelhaften Tische speisen sollen? So flehe doch zu Gott, daß er den gespendeten Fuß wieder zurücknehme." Auf sein Gebet wurde der Fuß wieder in den Himmel zurü ck g e u o m m e n. Dieses zweite Wunder ist noch merkwürdiger als das erste, denn in der Regel wird von Oben nur gespendet, aber Nichts zurückgenommen." Die beiden Erzählungen stinimen in allen Einzeinheiten überein und weichen bloß in Einem Punkte ab. Dem R. Chanina b. Dosa wird ein Fuß von seinem goldenen Tische im Paradiese gespendet, wodurch derselbe mangelhaft wird, während der Fromme in 1001 Nacht einen Rubin von seinem zukünftigen Thronsessel empfängt, wodurch derselbe eine Spalte bekömmt- Aber auch diese Wendung ist im Midrasch vertreten, Exod.Rabba c. 52 und Jalkut Proverb. 31: ״R. Simon b. Chalafta hatte kein Geld, um sich den Bedarf für den Sabbat zu beschaffen. Er betete außerhalb der Stadt und es wurde ihm ein Edelstein vom Himmel gespendet, den er einem Wechsler verkaufte und für den Erlös die Bedürfnisse des Sabbat bestritt. Auf die Frage seiner Frau, woher er Geld habe, antwortete er von Gott. Die Frau erklärte, die Speisen nicht zu berühren, wenn sie nicht den vollen Zusammenhang erfahre. Als R. S. b CH. ihr den Sachverhalt mittheilte, nahm sie ihm das Versprechen ab, daß er den Edel st ein wieder zurück reichen werde, denn — sagte sie — ״willst Du, daß Dein Tisch mangelhaft und derTisch Deiner Genosfen vollkommen sei? Nach weiteren Verhandlungen reichte er den Edelstein zurück. Als er die Hand emporreckte, um den Edelstein zurückzureichen, kam sofort ein Engel herab, um denselben in Empfang zu nehmen. Das letzte Wunder war merkwürdiger als das erste und diese Geschichte beweist, daß der eigentliche Lohn der Frömmigkeit im Jenseits bevorsteht."

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