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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 1 · p. Seite 20

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 1
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 20 (sequence 7)
Language
German
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20 Rabbinische Agada's in 1001 Nacht. B. Als der fromme Mann den Boden erreichte, dankte er Gott, der ihn für sein Vertrauen so reichlich belohnt, und ging mit leerer Hand zu seiner Gattin. Sie fragte ihn, warum er so lange ausgeblieben und was er mit der mitgenommenen Arbeit angesangen? Er erzählte ihr, was ihm für eine Versuchung zugestoßen und wie ihn Gott auf eine wunderbare Weise gerettet. Die Frau sagte hierauf: ״Da unsere Nachbarn wisien, daß wir jeden Tag fasten und Abends Feuer machen, um unser Abendessen zu kochen, so wollen wir in Gottes Namen auch diesen Abend Feuer anzünden, u m i h n e n u n s e r e A r m u t h zu verbergen; wir aber wollen auch diese Nacht fortfasten." Sie ging dann und machte ein großes Feuer, um die Nachbarn zu täuschen; dann wusch sie sich und betete mit ihrem Manne das Nachtgebet. Aus einmal kam eine ihrer Nachbarinnen, um Feuer bei ihr zu holen. Die Jüdin sagte ihr, sie möchte nur an den Ofen gehen. Als die Nachbarin aber an den Ofen trat, rief sie der Jüdin, sie möchte doch schnell ihr Brot aus dem Ofen nehmen, ehe es verbrenne. Die Jüdin sagte zu ihren: Manne: ״Hast Du gehört, was diese Frau sagte?" Er erwiderte: ״Geh' einmal und sieh nach!" Die Frau stand auf und ging an den Ofen, und siehe da, er war niit Brot gefüllt von dem allerfeinsten und weißesteu Mehle. Sie brachte es, Gott dankend, ihrem Manne und sie aßen mit einander davon. Dann sagte sie: ״Laß uns zu Gott beten, daß er uns Etwas beschere, wodurch wir diesem armseligen Lebenund dieser harten Arbeit enthoben werden, damit wir uns ganz seinem Dienste hingeben können. Als sie mit einander gebetet hatten, spaltete sich aus einmal das Dach des Hauses, und es fiel ein Rubin herunter, der das ganze Haus beleuchtete. Sie freuten sich über alle Maßen mit dieser Gabe Gottes und dankten ihm immer mehr für seine Huld. Als sie aber spät in der Nacht einschliefen, träumte die Frau, sie befinde sich im Paradiese, wo sie viele Kanzeln und unzählige Throne aufgestellt sah. Sie fragte, für wen dies wäre. Man sagte ihr: ״Die Kanzeln sind für die Propheten, und die

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