Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Salomon Ludwig Steinheim
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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L Salomon Ludwig Steinheim. Kombinirung dieser Erscheinungen vollziehe jedesmal der Verstand, aber ohne daß die Natur ihn dazu anleitet, höchstens dadurch, daß sie durch die regelmäßige Wiederkehr des Nacheinander von hinzuströmendem Wasser und von verlöschendem Feuer ihn zu dem Schluffe verführt. Lichteuberg begann den Sturm gegen das Kausalitätsgesetz von einer andern Seite, indem er die Lehre von der Willensfreiheit, welche sich bisher in der Tefensive gegen den übermächtigen, die Welt beherrschenden Gegner verhalten hatte, beredete, zur Offensive überzugehen. Es war das nur die gerechte Strafe für das Attentat, welches Spinoza, welches die ganze mechanische Weltanschauung an dem freien Willen verübt hatte. Diese glaubten ein Phaenomen zu erklären, indem sie es negirten; und es ist hierbei mit Recht in neuester Zeit darauf Gewicht gelegt worden, daß, wenn es schon anginge, die Freiheit des Willens für Täuschung zu erllären, das Bewußtsein, überhaupt das Lust- und Schmerzgefühl, sich erheben, um gegen die mechanische Welterklärung zu zeugen; denn wir können uns wol einen höchst verwickelten Mechanismus denken, aber nicht, daß dieser Maschine ihre Arbeit wehe thut, nicht daß die eine Schraube es schmerzlich empfindet, wenn sie an die andere anstößt. Kurz die Lehre von llkommss machine löst nicht die Frage, wie der Mensch zum Bewußtsein seiner selbst erwache. Gesetzt die Willensfreiheit sei eine Täuschung, aber diese Täuschung selbst ist ein Akt des Bewußtseins , die Frage wird durch die spinozistische Ausflucht, auch der Stein würde glauben, er falle aus freien Stücken, wenn er mit Bewußtsein siele, nur verschoben, zu der andern umgestaltet: wie so hat der Mensch Bewußtsein. Jedoch, wenn wir von der ebenerwähnten weitern Ausbildung des Problems absehen, weder die Behauptung Lichtenbergs noch die Spinoza's ist frei von Paradoxie. Das besonnene Urtheil kann beide Anschauungen nicht gelten lassen. Steinheim räth zu dem Verfahren, auch in Bezug aus Seelenvorgänge descriptiv sich