Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1871-01-01 · Heft 1 · p. Seite 39

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
20 (1871)
Issue
Heft 1
Article
Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth
Date
1871-01-01
Page
Seite 39 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2829132-2829402-2829404-2843850--13229-2843897
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth. 39 Attstvahl getroffen wurde? Eine andere, obschon nicht so befremdetlde Erscheinung bieten die Partie!:, dis von späteren oder von gleichzeitigen Tancäten doch von nachsynodalem Datum herrühren; diese können ja unmöglich als ursprüngliche Bestandtheile unseres Traktates angesehen werden. Diese Wahrnehmung führt auf eine zweite, sehr wichtige Entdeckung. Doch vorher noch einige Bemerkungen zur Feststellung des Verhältniffes unserer Auffassung von beit die Geschichte der Tanaim- Periode bewegenden Ideen zu der Scherira's in seinem Sendschreiben. Wenn wir die geschichtliche Bedeutung des ersten Abschnittes der Tannaitenperiode in einem Auflösungsprozesse der hälachischen Einheit finden, der, mit Hillel und Schamma! begonnen, von ihren Schulen fortgeführt und den politischen Katastrophen begünstigt, seinen Wendeputtkt mildem zweiten Tanna'itengeschlechte erreicht hat; so ist diese geschichtliche Betrachtung eigentlich nicht neu. Schon Scherira (a. a. O.) hat mit erstaunlichem, naturwüchsigen, historischen Blicke dies erkannt. Zu bedauern ist nur, daß erdie se Gedanken iir ebenso schwerfälliger und schleppender Sprache, als in dunkler und sich wiederholender Auseinandersetzung mitgetheilt hat. Die Ergründung seiner Absichten erfordert mehr Vorsicht und Geduld, als man bis jetzt, nach unserer Ueberzeugung, beim Lesen seines Sendschreibens bethätigt hat. Und dieser Umstand hat nicht wenig dazu beigetragen, daß Rapoport ihn ttnberücksichtigt ließ und Krochmal ihn mißverstanden hat. Die Richtigkeit dieser Behauptung ist, was Ersteren betrifft, bereits theilweise nachgewiesen wordeit, und was Letzteren betrifft, wollen wir sogleich darthun. Zu diesen sprachlichen und stylistischen Schwierigkeiten?am attch wohl die Wahrnehmung, daß Scherira, was rächt zu läugnen ist, hinsichtlich historischer Details wie im Dunkeln herumtastete. So spannt er die ganze Tannaimperiode, mit Ausnahme des ersten Geschlechtes, in ben engen Rahmen von Drei Geschlechter!:, deren Mittelpunkte R. Gamaliel, dessen Sohn R. Siineon und R. Juda Hanasi bilden sollen. Diese wie noch andere, theils wirkliche, theils scheinbar unhistorische Erscheinungen in den: Sendschreiben scheinen den Kritiker!: von feiner iit der That bewunderungswürdigen geschichtlichen Betrachtmtg eine äußerst geringe Meinung beige-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.