Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
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36 Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth. lich der Mischen Ausbeute für werthlos hielt. Es fiel ihm daher nicht ine Traume ein, daß unter den scheinbar werthlosen Trümmern unschätzbare Goldkörner begraben lieget:. Diese Geringschätzung hat sich aber auch arg gerächt. Um alle Schmierigleiten eines verkehrten Ausgangspunktes zu überwinden, sah Rapoport sich jeden Augenblick genöthigt, neue Flankenbewegungen zu machen. Die in Rede stehende Abhandlung besteht beinahe ganz aus solchen meisterhaftetl und scharfsinnigen Operationen. Die eigentlichen und auf der Hand liegenden Schwierigkeiten aber sind theils gar nicht berührt, theils umgangen. Wie hätte, diese Frage hätte er sich stellen sollen, wie hätte eilt Personenwechsel in der Nasiwürde, und wäre die betrefsende Persönlichkeit tioch so bedeutend, hinreichen können, ein so überaus wichtiges Faktum, wie das sogenannte Zeugenverhör, zu veranlassen? Und die außerordentliche Wichtigkeit dieses Faktums steht ja außer allem Zweifel. Bezeichnet es doch das Ende einer Erscheinung in der Geschichte der Halachah, die von dem verderblichsten Einflüsse war und schlechterdings verhängnißvoll für das Judenthum geworden wäre, wenn sie sich noch länger entwickelt hätte. Wie lange doch, so hätte man sich zweitens abfragen sollen, wie lange ״der Tag" gewesen sein müsse, an dem so viele Gegettstünde behandelt und zum Abschluß gebracht worden? Man wird doch wahrlich nicht annehinen wollen, daß Männer, wie die tagenden Tana'iten, unter denen gewiß viele eifrige Schamn:aiten und Hilleliten waren, die ״bezeugten" u:1d behandelten Gegenstände mit stoischer Ruhe und Gleichgültigkeit bezahlter und fertiger Stenographen verzeichnet Hütten. Freilich will man sich dieser Schwierigkeit gegenüber, gegen die ausdrückliche Quellenangabe, mit dem Auswege helfet!, daß man die Anzahl der behandelten Gegenstände auf ein Minimum herabdrückt. Wir wollen für jetzt nicht untersuchen, init welchen! Rechte man nun die Quelletiangabetl verkürzt, daun ivieder ihnen blindlings folgt. Es wird sich bald Herausstellen, daß im Gegentheil die wirkliche Anzahl der an jenem Tage zur Besprechung gekommenen Punkte viel, viel bedeutender als die in den Quellen ausdrücklich angegebene war. Geben wir aber augenblicklich die mit den Quellen streitige Behauptung zu, so ist es doch unbegreiflich, wie eine solche Gemüthlichkeit, wie ein au sich keineswegs hervor-