Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 20 (1871)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth
- Date
- 1871-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 2)
- Language
- German
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34 Einiges über Ursprung und Bedeutung des Traktates Edojoth. biete, sich ebenfalls cm einer Lösung der so vielfach besprochenen Stellen 51t versuchen. Mit den! ihn! eigenthümlichen kritischen Blicke, verbunden inet seiner ihm angeborenen und nicht gezügelten Unruhe, die in all seinen literarischen Erzeugnissen das Gerne erkennen läßt, in dcnr die heftige Eährnng und der gewaltige innere Kamps einer Uebergangsperiode zweier an Charakter und Wesen grundverschiedener Zeitabschnitte sich offenbaren, überschritt Napoport sogleich das scharf abgegrcnzte Terrain und unterwarf den Inhalt des ganzen Traktates einer eingehenden Prüfung. In einer größeren Abhandlung (Herein chcmed Y. p. 170 ff.) beleuchtete er mit seinen Geistesblitzen gar manche Stelle des in tiefes Dunkel gehüllten Traktates. Dasselbe ganz zu verschonchen, gelang ihm nicht. Vielmehr blieben nach wie vor Wesen und Bedeutung des stark dnrchwiihlten Bodens völlig unbekannt. Welchem Umstande oder welchen Umständen ist diese Erscheinung zuzuschrcibcn? Die Antwort hierauf ist leichter zu geben, als den erkannten Ursachen das Ausfällige abznstreifen. Wie niedere gewiegte Kritiker, nahm auch Napoport auf Treu und Glauben den eigenthümlichen Zusammenhang als historische Thatsache an, den die Nachricht einer viel späteren Zeit zwischen denr Traktat Edojoth und einer einzelnen Episode der längeren Dauer der Synode während des zweiten Tanaitengeschlechtes fand. Später, wo jede Spur des früher drohenden Schisma's aus dem wirklichen Leben geschwunden, in einer Zeit, in der das Verständniß für die Tragweite der Differenzen zwischen der schammcutischen und hillelitischen Schiele durch die total veränderten Verhältnisse abhanden gekommen war, konnte man unmöglich sich faeiueu, daß diese Differenzen Veranlassung zrr der gedachten Versammlung gaben. Die vielfachen literarischen Zeugnisse, die die Berichte aus jener Zeit über die Ursachen dieser Thatsache enthalten, bewiesen für das spatere Geschlecht nichts. Ganz natürlich. Waren ja die Differenzen der späteren Tanaiten eben so zahlreich und tief einschneidend, als die überlieferteic aus den eben errvähnten Schulen. Wenn nun jene reicht im Entferntesten die innere Einheit des Jndenthums gefährdeten, warum sollten es diese gethan habere? Ist doch Meinnngsverschiedenheit eine ine menschlichen Geiste begründete Nothrveredigkeit! Was mag nun, so fragte man sich, die Veraielassung zu dem