Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829388-2829390-2843774--12533-2843833- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
42 Recensionen. eigenthümlichen Modus der An- und Beweisführung aufmerksam gemacht. Den Schluß bilden Bemerkungen über die Schreibweise des jerus. Talmud. Das dritte .llap. bespricht die Forschungsweise des j. T. in Halacha und Hagada und die Redaction dieses Talmud. Dieses Kap. zerfällt in fünf Abtheilungen. Die erste Abtheilung bespricht die Anführung der Mischna und Bora'ita im j. T. und die hier disferirende des b. T. Hinsichtlich der Mischna wird nachgewiesen, daß in Palästina mehrere Recensionen der Mischna noch in später Zeit Verlagen. Hierin findet auch Erklärung die an sich befremdende Erscheinung, der j. T. nimmt zuweilen auch bei kleineu sich erhebenden Schwierigkeiten den Mischnatext als mangelhaft an. — Zu Liberias wurde eine Auswahl aus diesen Recensionen getroffen und eine Recension hergestellt, die zwar nicht durchgehends Allgemeinguttigkeit hatte ^— man griff zuweiten auf andere Recensionen zurück — doch war sie in den meisten Fällen maßgebend, zunächst in den bab. Akademien, die sie mit einigen motivirten Verbesserungen annahmm. Hervorgehoben wird ferner, daß im j. T. sich mitunter Mischnajot finden, die ganz conform den entsprechenden Mischnajot des b. T. sind (also Tiberiasrecension), ein tieferes Eingehen zeigt jedoch, daß der j. T. ursprünglich einen anderen Text hatte und diese Mischnajot von Späteren dem bab. Mischnatext nachgebildet wurden. — Hinsichtlich der Bora'ita, eine Benennung, die Tosifta, Mechilta, Sisra, Sifre umfaßt, ist zu bemerken: der j. und bab. Talmud differiren häufig in Anführung der Tosifta. Die uns vorliegende Tosifta stimmt an vielen Stellen mit den: j. T., an manchen Stellen mit den: bab. Talmud überein: die Lesearten des j. T. scheine,: häufig richtiger zu sein als die des b. T., der j. T. stehet jedoch!):!:sichtlich der Genauigkeit im Anfuhren hinter dem b. T. zurück. Sehr überraschend ist die Erscheinung, daß zuweilen der j. T. nach der bab. Emendation citirt. — Die Ungenauigkeit der Anführung tritt im j. T. auch hinsichtlich der Mechilta hervor, die übrigens in Palästina in bedeutendem Ansehet: stand. — Weniger Gewicht scheint daselbst ans Sifra und Sifre gelegt worden zu sein. — Auch die dreizehn Jnterpretationsregeln des R. Jischmael waren dem j. T. bekannt, doch werden auch sie anders als im b. T. angeführt. Die zweite Abtheilm:g ״lieber der: Lehrgang des j. und des bab. Talmud" läßt keinen Auszug zu und muß hier aus das Werk selbst verwiesen werden. Die dritte Abtheilung bespricht die Anführung jerusal. Autoren im babyl. T., sowie babvl. Autoren im j. Talmud. Rach einer vorläufigen