Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 1 · p. Seite 29

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 1
Article
Die paronomasirende Anwendung von Partikeln
Date
1870-01-01
Page
Seite 29 (sequence 12)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829388-2829390-2843772--12517-2843820
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Eine bisher ungcfaunte Eigcnthümlichkeit der fick. Poesie imb Rhetorik. 2f> nicht seltsanr ist, sondern, ans einer herkömmlicheu Art der Paronomasie beruht. Wer aber hievon durch das Gesagte noch nicht überzeugt ist, der sehe nur die Fortsetzung unserer Sifrestelle: וכן הוא אומר אבי מלכה ואבי יסבה שהכל סובין ביפיה, צפורה צפו וראו מה נאה• Nun aber ergiebt sich hieraus gleich das weitere Resultat, das; der Sifre gar Nichts darin unbcit hat, ״Moses no ch ein Weib aus fr emden; Volke u. s. w. zuzuschreiben", dein;;,ach der hier gegebenen Erklärung des Sifre, die, glaub' ich, auf der Hand liegt, bleibt כושית seineu; einfachen Wortfiune nach unberiihrt bestehet;. Und so war es beim weder Sifre, noch der gesanrmten ״jüngeren Hagada" (oder sollten wir jetzt lieber Sifre zu der ״älteren Hagada" rechnett?) ״unangenehm", das; Moses eine kuschitische Frau geheirathet hatte. Höchstens ivar es Sifre ״unangenehm", vo;r dieser Frau annehtnen zm sollen, daß sie häßlich war, wie Mohrinneu zu sei;! pflegen und deshalb unternahm es — was nur für den guten Geschmack der Weisen des Sifre spricht — die durch ארוה so nahegclegte Erklärung der ״Schönheit". Dies i st die G r u n d l a g e der Sache, worauf denn alles noch etwa der Erklärung Bedürftige sich leicht zurechtlegen läßt. Denn wenn in einer weiteren Stelle des Sifre (vgl. Talnr. a. a. O.) die Knschiterin mit Zip p o r a identisicirt wird (וכי כושית היהה אלא מדינית היתה), so ist das keineswegs eine tendentiöse und absichtliche Verleugnung der Thatsache, daß Moses eine Knschiterin geheirathet hatte (welche Thatsache doch auch kurz vorher noch unberührt gelassen war), sondern eine Folge der sich fortentwickelnden Deutung. Nachdem eimnal zufrühest die Frau, und zwar auf Grund von אורת, für schön erklärt worden war, so übertrug inan bald vermöge einer ganz gleichen Art der Deutung (— יסכה ־= שהכל סוכין צפורה צפו וראו אדות שהכל מורין) das ganze Faktum allein auf Z i p p o r a, denn Zippora hieß nun auch ״s ch ö n e Frau". R. Elieser S. Jose Gal. ist (s. Sifre) der Erste, der die Bemerkung צפר וראו macht. Er bezog wohl noch nicht das Faktum bloß auf Zippora, sondern bemerkte nur mit Rücksicht auf ihren Namen, daß sie a;1 ch ״schön" war. Er war aber vielleicht die Veranlassung dafür, daß dann späterhin die angegebene Erklärung Fuß faßte, die im Sifri auf die Angabe N'E's

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.