Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die paronomasirende Anwendung von Partikeln
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829388-2829390-2843772--12509-2843812- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Eine bis-her mißcfaunte Eigouthrimlichkoit der (;061׳. Poesie und Rhetorik. 21 paronomasirende oder Zweideutige Gebrauch des עד hervor in Ge». 49, 26, welche Stelle durch diese Bemerkung, wie mir scheint, erst das rechte Licht gewinnt. Der sei. Napoport hat über diese Stelle eine ganze Abhandlung geschrieben, die Freund's Lexikalischem Hilfsbuch, Wien 1866, vorgedruckt ist, und worin er zu dem Resultate gelangt, daß zu lesen sei ״ הורי עדewige Berge". (Daß schon Clericus diese Leseart bei dem Samaritaner und LXX nachweist, hat N. übersehen.) So hat auch Raschbam'die Stelle aufgefaßt. Die Schwierigkeit der Berbindüng mit dem Folgenden will Freund a. a. O. z. St. dadurch lösen, daß er עד zugleich nach oben und nach unten bezieht, nämlich הורי־ער unb עד־תאות וכו׳, so daß עד zu verstehen wäre als מושכת עצמה ואחרת עמה. Bislang konnte man gegen diese Auslegung einwenden, daß in dieser Weise ein מושכת עצמה וכוי nicht angehe, da dann dasselbe -עד zwiefach zu verstehen wäre, ״ הורי עדewige Berge" und עד ״ תאות וכויbis zu u. s. w." (Daß beide Bedeutungen sprachwissenschaftlich zusammenhängen, thut Nichts zur Sache.) Von dein hier aufgestellten Gesichtspunkte betrachtet, fällt diese Schwierigkeit weg. Die Zweideutigkeit ist eben Absicht und man kann nunmehr sagen, daß der Redner, indem er mit ברכת אביך beginnt, ursprünglich im Sinne hatte הורי tut Verstände von ״Eltern" zu gebrauchen, daß er dann aber durch den Gleichklang von הורים und הרים veranlaßt, im Zuge der Begeisterung auf das Gleichniß von den ״Bergen" übersprang, wobei das עד zu seiner Doppelsinnigkeit (uicht bloß zu doppelter syntaktischer Beziehung) gelaugte. — Nach den gegebenen Anleitungen lege man sich ferner zurecht l. Sam. 2, S עד־עקרה, wobei der Hörer einen Augenblick (wenn auch sprachlich nicht ganz gerechtfertigt) an ״die zur Beute gewordene Unfruchtbare", oder ״die ewig-Unfruchtbare" (vgl. אבי־־עד) denken kann, welcher sozusagen beiläufige Gedanke jedoch noch bei Anhörung des אמללה tut zweiten Hemistich nachklingt, ttnd so den Gegensatz ungetneüt hebt. Man beachte noch, daß die gewöhnliche Form für ״während", oder ״bis daß" nicht עד allein, sondern ד אשר)! oder עד אשר אם, oder כעוד ist. Da sich im Deutschen