Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 19 (1870)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die paronomasirende Anwendung von Partikeln
- Date
- 1870-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 3)
- Language
- German
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20 Die paronomasirende Anwendung von Partikeln. Eine paronomasirende Anwendung dieses Wortes finde ich IV. B. M. 21, 30: אבד חשבון עד דיבן. Hört der Hebräer einen Städtenameir (ח׳שמן) und dahinter das Wörtchen עד, so wird er dieses so gewiß irr der Bedeutung ״bis" nehmen, wie wir z. B. bei Anhörung des Satztheils: ״(Bon) Wien bis" nicht an ״Biß", sonderir an die Längenbestimmung bis zu einem andern Orte denken. Dennoch heißt hier ״ עדBeute" oder ״beseitigt" und es ist zu übersetzen: ״Verloren ist Chesbon, beseitigt, oder eine Beute Dibon". Man sehe Onkel, und Raschi z. St., sowie Luzzato in Kobak's Jeschnrun 5618. Diese Erklärung wird, wenn sie auf die Regel einer poetischen Figur gestutzt werden kann, znr völligen Gewißheit. Das Reizvolle des Satzes liegt in dem Sprunge, wodurch der Zrchörer von der bereits vorgefaßteir Bedeutung des Wortes ab- und auf eine andere gelenkt wird. Die Bedeutung springt dann in demselben Satze sofort wieder zu mehren Malen in die gewöhnliche ״bis" um. — Hieher beziehe ich ferner noch den Vers I. B. M. 49, 27. בבקר יאבל עד ולערב. Der Hebräer vermuthet bei Anhörung von בבקר in dem Wörtchen עד so bestimmt die Bedeutung ״bis" (so. ערב), wie ivir den Satztheil: ״(Von) Morgen" iirstiirktiv mit ״bis Abend" ergänzen. Dennoch muß der Hörer bei nnsernr Verse seine vorgefaßte Meinung plötzlich fahren lassen und an ״Beute" denken H. Das absichtlich Spielende in diesen Stellen tritt noch schärfer hervor, wenn man bedenkt, daß es in solchen Phrasen angebracht ist, bei welchen der Hörer gewohnt ist, die noch nicht ausgesprochene Ergänzung hinzu- oder vorauszudenken. Diese Gewöhnung ist sozusagen ein Rechtstitel auf dem Gebiet .der Sprache. Bekanntlich beruht darauf die Erscheinung der (fvvf.xSQ0f.1ij, vermöge welcher der Grieche nach der Analogie von övxe-n auch firj-x-su sagt, obwohl das x in dein letzteren Worte .gar keine eigentliche Existenzberechtigung hat. Insofern nun auch in den angeführten Beispielen der Redner einer gewohnten ErgäktzWgi feiner Worte begegnet, kann man nicht leugnen, daß er den ppetischen Effekt feiner Rede durch die bezcichncte Zweideutigkeit wesentlich gesteigert habe. Ganz besonders tritt der }■ h Es steht daher שלל nicht umsonst erst im zweiten Hemistich.