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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1870-01-01 · Heft 1 · p. Seite 19

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
19 (1870)
Issue
Heft 1
Article
Die paronomasirende Anwendung von Partikeln
Date
1870-01-01
Page
Seite 19 (sequence 2)
Language
German
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Eine bisher »«gekannte Eigentümlichkeit der hebr. Poesie und Rhetorik. IS Beispiele überzeugt, daß mau es hier mit einer wirklichen Figur zu thun habe. Wenigstens getraue ich mich, die Sache nebst den uöthigen Belegen der öffenilichett Beurtheilung vorzulegen. Ich will nur tioch einige Bemerkungen vorausschicken. Wenn es uns beute fremdartig erscheint, daß man Präpositionen, Conjunktionen u. s. w. zu Wortspielen verwendet habeit solle, so kommt dies daher, daß in den nrodernen Sprachen und selbst schon im Lateinischen und Griechischen alle die hierhergehörigen Wörter bereits gänzlich abgestumpft sind und ihren ursprünglichen, wahrscheinlich substantivischen Charakter — ich erinnere an ״wegen" von ״Weg" —nicht mehr erkennen lassen. Im Hebräischen ist Dies auders. Hier lassen einmal die meisten Partikeln ihre Wurzel noch deutlich erkeirnen, und dann giebt es eine Menge Wörter, die mit ihnen gleich lauten, aber eine andere Bedeutmrg haben. Daher hier die Möglichkeit dieser eigenthümlichen Art von Wortspielen. Ferner: Wenn ich in der Ueberschrift den Gegenstand dieser Ab- Handlung als ״bisher unbekannt" bezeichnete, so muß ich doch einschränkend hinzufügen, daß er den Lehrern des Talmuds und der Midraschim bereits bekannt gewesen zu sein scheint. Es wird hierüber weiter unten ausführlicher gehandelt werden. Sie haben allerdings nicht — was freilich die Hauptsache — diese Be- Handlung der Partikeln ausdrücklich als eine Figur bezeichnet; immerhin aber bleibt es merkwürdig, was Alles noch und zwar in jedem Betrachte aus Talmud und Midraschim zu lernen ist. Endlich weise ich noch auf den Werth der Auffindung dieser Figur hin, vorausgesetzt, daß sie als solche von einsichtigen Forschern anerkannt werden sollte. Dieser Werth liegt nicht bloß in der Sache selbst, sofern sie ein neues Zeugnis; von der Beweglichkeit und dein Ausdrucksvermögen der hebräischen Sprache ist, sondern auch in der Hilfe, welche dadurch der Erklärung schwieriger Stellen und dem feineren Verständnisse überhaupt geboten wird. Ich führe nun mehrere Beispiele all, wie sie mir aufgestoßen sind. 1. עד. Dies Wort kann im Hebräischen ״bis" (als Partikel), aber auch (als Substantiv) ״Beute", oder (als Adjektiv) ״beseitigt, verloren" (chald. עדא) und ״ewig" bedeuten. (Im Allgemeinen ftihre ich nur die Bedeutungen an, die zum Verständniß der Beispiele nöthig sind.) 2*

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