Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 18 (1869)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 39 (sequence 2)
- Language
- German
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Recensionen. 39 verschiedenste Begabung und Talent. Solche Eigenschaften sind vielleicht selten vereint zu finden. Wir müssen daher die Arbeit theilen und eine Unterscheidung der Fähigkeiten anerkennen. Die Consequenzen der Vernachlässigung einer solchen Unterscheidung sind sehr unangenehm empfunden worden." Meint Herr Cheyne damit, daß die alttestamentliche Literatur eine zwiefache Behändlung, eine streng philologische und eine theologische, zuläßt, so können wir seinen Standpunkt nicht theilen. Die Wahrheit ist nur eine, und die Ergebnisse einer gewissenhaften philologischen Klärung der Bibel, sei es textkritisch oder exegetisch, muß die Theologie eben so muthig acceptiren wie die Resultate der Naturwissenschaften, sonst ist es mit der wissenschaftlichen Exegese, mit der Sicherheit der Forschung nicht weit her. Vers, hat sich die rein philologische Seite der Erklärung gewisser Verse und Wörter zur Aufgabe gestellt. Als besondere Hilfsmittel, die Vers, zu Gebote standen, nennt er Saadia's arabische Uebersetzung und die ebenfalls arabisch geschriebenen Lexica des Karäers David Jbn-Abraham AlfSßi (welche Pinsker und Neubauer zugänglich gemacht haben) und des Rabbaniten Jbn-G'anach, die sich sämmtlich in der Bodleyana bestnden und ihm daher zugänglich waren. Aus David AlfLßi's Wortsammlung giebt Vers, einige die Exegese betreffende Auszüge, die nicht von besonderem Werthe sind- Im Folgenden sollen lediglich diejenigen Verse besprochen werden, deren Schwierigkeit Vers, glücklich gelöst hat und diejenigen, die er hätte lösen können. Für Zweifelhafte, die noch immer allen Versuchen und Manipulationen trotzig Widerstand leisten, können diese Blätter keinen Raum bieten. Gleich im Anfang verwirft Vers, die schöne Erklärung Saadia's des Schlußsatzes כמהפכת זר׳ ס (i, 7) mit ״ כהבף אלמיולwie die Zerstörung durch Wasserfluthen": וים — זרים, und bleibt bei der hergebrachten Erklärung: ״als wenn Fremde es zerstört hätten". Indessen will man nicht auch hier lesen כמהפכה םר1ם, so giebt Saadia's Erläuterung noch den besten Sinn, da auch Vers, zugiebt, daß das Verbum ,״ הפךumkehren", ״zerstören" auch von Wasser-Katastrophen gebraucht wird. Das Wort מתיך im Gegensatz zu 25 ,3) גבורתך) erklärt Vers, entschieden falsch durch ״Großgewachsene", ״Gestreckte" (von מתה).