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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 1 · p. Seite 26

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 1
Article
Die erste Meinungsverschiedenheit in der halachischen Gesetzgebung
Date
1869-01-01
Page
Seite 26 (sequence 7)
Language
German
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26 Die erste Meinungsverschiedenheit widerlegen, daß unsere Stelle besagen wolle: die Autoritäten vor Jos« b. Joeser seien nicht tadellos gewesen. Mer aufrichtig gesagt, von Herrn Derenburg habe ich etwas Besseres erwartet. Auch er behandelt in einer besonderen Note diese Relation (Essai sur l’histoire et la geographie de la Palestine d’apres les Thalmuds etc. p. 456 fg.). Und was folgert er daraus? Die Quintessenz seiner langen Mhandlung lautet folgendermaßen: ״Die Autoren der Talmude, als wahre laudatores temporis actf, stellen die stetige Entartung des Menschen im Verlauf der Zeiten in einem Systeme auf, und, von da ausgehend, unterscheiden sie die Lehrer, welche den Malkabäern vorangegangen sind, von denen, welche später unter diesen Fürsten gelehrt haben, und sie reichen den erstern die Palme. Die Pharisäer sind, nach ihrer Meinung (d. h. nach der Meinung der Talmudisten, nota her,« der Pharisäer) selbst geringer als die Assidäer, deren letzte Glieder Josä (b. Joeser) und Joseph waren. Indem sie die Unvollkommenheiten der geachtetsten Rabbinen unter den Pharisäern suchen, entdecken die Talmude selbst im Betragen des Jehuda b. Baba, des Assidäers oder Chasid der letzten Zeiten eine Schwäche. So erklärt sich die Behauptung der Mischna 8ota . . . nach welcher es nach dem Tode des JosL und Joseph keineEsohkolot gegeben hat." . . Das Wort ׳מפול« übersetzt Herr Derenburg, alles Ernstes, mit ״Weintraube". Nun, das ist Geschmackssache. Wer von all den schönen Sachen, die der Verf. des Essai in diesen Stellen gefunden hat, steht, wie wir gesehen haben, kein Atom. Die kurze Mischna und die längere Boraita beklagen nur das Eine, und mit Recht, die gebrochene Einheit der Lehre, und führen den Ursprung auf die erste Differenz des ersten Autoritäten-Paares zurück, gerade so wie eine andere Boraita die Spaltung beklagt, welche durch die Divergenz der Schule von Hillel und Schammai entstanden ist, und daß dadurch die eine Thora wie eine zwiefache erscheine (ונעשית התורה בשחי תורוח). Eine viel wichtigere Frage ist es, welche Tragweite hatte die Divergenz zwischen den beiden ersten Synhedrialhäuptern, Joss b. Joeser aus Zereda und JosL b. Jochanan aus Jerusalem. Mag man mit Dr. Frankel und Dr. I. Levi annehmen, daß sie das Handauflegen auf Opferthiere überhaupt, (und nicht bloß aus freiwillige Festesopfer) betroffen und -die

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