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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1869-01-01 · Heft 1 · p. Seite 7

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
18 (1869)
Issue
Heft 1
Article
Die Ebioniten des alten Testaments
Date
1869-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Die Moniten des alten Testaments. 7 lismus mit Ana־wim gesetzt wird, so kann unter diesem Worte ebenfalls nicht ein Dürftiger (wie die vulgäre Uebersetzung desselben lautet) schlechthin verstanden werden, der weiter kein Verdienst als seine Besitzlosigkeit und seine Mitleid erregende Lage hätte, sondern es muß ein ״Armer" im höhern Sinne, in figürlicher Bedeutung andeuten. Jeremia jubelte, als ihm unerwartete Rettung geworden war, mit den Worten: ״Singet dem Herrn, preiset Ihn, denn Er hat das Leben des Ebion von der Hand der Uebelthäter errettet" (20, 13). Er, der nicht ohne Vermögen war, der das Feld seines Oheims käuflich an sich brachte, er nennt sich selbst einen Ebion, einen ״Armen". — Der aufmerksame Leser ahnt wohl schon aus diesen wenigen Beispielen, daß es im alten Judenthume Ebionim, Ebion i t e n gegeben hat, und daß sich wenigstens dieser eine Prophet als solchen bezeichnete, und sich diesen Namen vielleicht gar als Epitheton ornans beilegte. Wir wollen den Leser nicht auf halbem Wege bei dieser vagen Ahnung stehen lassen, sondern ihm diese in volle Gewißheit umwandeln. Sobald ntan nämlich die rechte Bedeutung dieser Wörter (עני und;אביו) erkennt, daß sie nicht einfache Arme und Nothleidende bezeichnen, sondern eine Menschenklasse, welche Besitz und Geld gering achten, so erhalten viele, viele Verse ein neues Licht, und es ergeben sich daraus neue Thatsachen. Derselbe Prophet Jeremia, der in Cap. 2 dem Volke Juda ein Süirdenregister vorhält und darunter auch aufzählt: ״Es fraß euer Schwert eure Propheten wie ein blutdürstiger Löivs (2, 30), er fährt dann in Schilderung der Unthaten fort: ״An deinen Kleiderzipfeln fand sich auch das Blut von unschuldigen Ebionim, die du nicht beim Einbruch ertappt hast" (2, 34). Hier sind die Propheten und die schuldlosen Ebioniten deutlich identiftcirt. Ebenso wie Jeremia rühmen sich zwei Psalmisten so zu sagen ihres Ebionitismus und berufen sich darauf, als auf einen Titel, der ihnen die Gnade Gottes verheißt. ״Ich bin ein ’Ani und Ebion,

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