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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 1 · p. Seite 28

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 1
Article
Die Commentarien des Ephraem Syrus im Verhältnis zur jüdischen Exegese
Date
1868-01-01
Page
Seite 28 (sequence 14)
Language
German
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28 Die Commentarien des Ephraem Syrus im Verhältniss das Alter der Sage wohl noch über das 4. Jahrhundert hinausreicht; denn schon Onkelos deutet sie in ihren Grundzügen an (Gen. 4, 15) und Hieronymus erwähnt sie als bekannte jüdische Tradition (s. Rahrner 1.1. 18 ff.). Ephr. theilt nun noch eine weitere Fortbildung derselben mit. Lemech war nicht bloss der Mörder Kains, er tödtete auch einen seiner Söhne (46D: Ao ck mit Bezug auf ילד להכרתי})• Wie hängt aber dieser Zug der Sage mit der früheren zusammen? Die Erzählung im Jalkut c. 38 giebt darüber Aufschluss. Der blinde Lemech geht, geführt von seinem Sohne Tubalkain, auf die Jagd; der Knabe erblickt den Kain, hält ihn für ein wildes Thier und heisst seinen Vater den Bogen spannen und ihn erlegen. Als nun Lemech gewahr wird, dass er den Kain getödtet habe, bringt er vor Schmerz auch seinen Sohn Tubalkain um. Auf eine andere Sage, die Malkizedek mit Sem identificirt, hat auch v. Lengerke schon aufmerksam gemacht (1. 1. p. 24), und in der That gehört sie zu den verbreitetsten des biblischen Sagenkreises. Der Talmud führt sie auf einen Autor des 2. Jahrh. n. d. übl. Zeitr. zurück1), und von dieser Zeit an erwähnen sie nicht bloss die Midraschim (Gen. R c. 44 und 56, Lev. R. c. 25, Abot d. R. Nathan c. 2, Dirke d. R. El. c. 8 und 27) und die Paraphrasen des Jon. und Jerusch., sondern auch christliche Schriftsteller, wie Hieronymus (Quaest. in Gen. opp. ed. Frf. t. III p. 137 D), Epiphanius (adv. haer. XXXV, 6) und Ephraem. Die Sage knüpfte nämlich an die poetische Auffassung des Ausdrucks Gen. 3, 21 כתנות אויר — כתנ1ת ע1ר an2}, wonach der erste Mensch ף v. Nedarim 32b: אמר ר׳ זכריה טשום רבי ישטעאל ביקש הק״ב״ה להוציא כהוגה משם שנא׳ והוא כהן לאל עליון-, cf. Synhedrin 108b, vrgi. auch Jos. Ant. I, 10, 2 und B. J. 6, 10. *) Gen R. 21: בתורתו של ר׳ מאיר מצאו כתוב כתנות אור אלו בגדי אדם הראשון. Ob diese Rolle des R. Meir, die auch Gen. R. c. 9 citirt wird, eine Thorarolle war, die derartige Randglossen enthielt, oder eine selbständige Hagadasammlung, ist schwer zu entscheiden. Dass übrigens die Hagada keineswegs eine Textesemendation beabsichtigte, ergiebt sich aus den unzähligen Stellen, wo dieses freie Verfahren der Buchstaben-Vertauschung oder -Umstellung angewendet wird. Es wird dadurch lediglich eine Sentenz gleichsam an das Schriftwort angeknüpft, wobei der gewöhnliche Ausdruck ist: * * * * אל תקרי * ' אלא.

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