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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 1 · p. Seite 25

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 1
Article
Die Commentarien des Ephraem Syrus im Verhältnis zur jüdischen Exegese
Date
1868-01-01
Page
Seite 25 (sequence 11)
Language
German
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zur jüdischen Exegese. 25 die Aufnahme auch der jüdischen Exegese freien Spielraum, so dass die verschiedenen Bestandtheile derselben bald neben einer allegorischen, bald neben einer rein sprachlichen Erklärung ihren Platz finden konnten. Je weniger er ferner einen specifisch wissenschaftlichen Zweck verfolgte, desto mehr nahmen seine Commentarien nach Art der nichtkanonischen Apokryphen (z B. das Buch Henoch und das Buch der Jubiläen) und der jüdischen Hagadas die Form der Erzählung an, wobei an die Schriftstellen eine freie Exegese oder Sage oder auch Homilie und Paränese angereiht wurde. Wenden wir uns nun nach dieser allgemeinen Charakteristik zur näheren Vergleichung der Exegese Ephraems mit dem Midrasch, zunächst mit Berücksichtigung seiner Commentarien zum Pentateuch. I. Hagada als biblische Sage bei Ephraem Syrus. Die Hagada, inwiefern sie als freie Schrifterklärung sich zunächst einen belehrenden, ethischen Zweck setzte, liebte es bekanntlich, die Erläuterung der Schrift durch Sagen oder Erzäbiungen zu bereichern, die den Inhalt derselben amplificiren und verdeutlichen. Diese Sagenbildung, die vor dem Zeitalter der Apokryphen ihren Anfang nimmt und bei denl Juden nichts als eine anspruchslose, homiletische Anwendung des Schriftverses war, die neben der biblischen Erzählung und deren einfacher Auslegung einhergingtrat nun frühzeitig aus dem Ursprungliehen Kreise heraus und wurde als fertiges Product in fremde Literaturgebiete aufgenommen. Die Apokryphen und das N. T., die Kirchenväter und der Koran nahmen biblische Erzählung und Sage, geschichtliche Thatsache und Legende ohne kritische Unterscheidung auf, bereicherten den vorhandenen Sagenschatz ף Cf. Sabbath 63a, Jebam. 24a: אין מקרא יוצא מידי פשוטו וכף und über den Unterschied von פשט (einfache Exegese) und דרוש (freie Deutung) Zunz 1. 1. 323 ff. Die freie Auslegung wird entschieden dem Wortsinne entgegengesetzt und sogar als unkritisch bezeichnet Mechiita Wajassa c. 1:ושם נסהו שם נשא לו גדולה דברי רבי יהושע אמר לו רבי אליעזר המודעי והלא גדולה אינה תלויה אלא בשין וכאן לא כתיב אלא בסמך הא מה ת״ל ושם נסהו שם נסה המקום את ישראל.

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