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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 1 · p. Seite 23

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 1
Article
Die Commentarien des Ephraem Syrus im Verhältnis zur jüdischen Exegese
Date
1868-01-01
Page
Seite 23 (sequence 9)
Language
German
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zur jüdischen Exegese. 23 gung anschloss, die seit Origenes in der christlichen Kirche herrschend war, ist in der Anlage seiner Commentarien zum Pentateuch ziemlich deutlich ausgesprochen. Er wollte zunächst die pentateuchischen Schriften in der Fassung wiedergeben, dass der Leser sie verstehe, über die göttlichen Wahrheiten derselben belehrt werde und über unklare oder unvollständige Berichte der Bibel Aufschluss erhalte. Er hatte also auch das homiletische und paränetische Interesse im Auge. Ausdrücklich bemerkt er, dass er diese Commentarien nur auf Bitten einiger Freunde verfasst habe (I p. 1), denen er nicht hatte widerstehen können. Während er demgemäss, seinem Zwecke entsprechend, einige Capp. nur kurz wiedergiebt oder ganz übergeht (z. B. Gen. 31 — 38, Exod. 25 — 40, Levit. 4 — 8, 12 — 14, 15 — 18), erzählt er andere ausführlich und flicht eigene Reflexionen und Bemerkungen ein, z. B. über die Vorzüge des ersten Menschen (22 C), über die Schlange, die er als Personification des Satan auffasst (27 E), über Thamar (90 sq.) u. a. m. Bisweilen legt er den biblischen Personen Reden in den Mund, oder redet sie selbst an und dergl.1). Vorzüglich verweilt er bei der Genesis und besonders bei den ersten Capp., nicht bloss, weil er für dieselben in seinen früher verfassten Reden wichtige Vorarbeiten hatte (p. 1), sondern auch, weil sie für die religiöse Belebrung des Lesers reichen Stoff darboten. So zeigt er z. B. in der Geschichte der Patriarchen das besondere Walten der göttlichen Vorsehung, die sich den Frommen aller Zeiten durch Zeichen und Wunder offenbart (56 B, 77 E, 87 B, 92 D, 99 B, 218 C). Ebenso lässt er besonders in der Lebensgeschichte der Patriarchen und Patriarchinnen die reine Gottesverehrung derselben und ihren Kampf gegen das Götzenthum hervortreten, z. B. rechtfertigt er Ra hei wegen des Diebstahls der Götzen damit, dass sie hierdurch lediglich ihrem Vater den Gegenstand der Verehrung Thamar erbittet von Gott ein Zeichen (90 C), dessen Gewährung und Bestätigung vollständig durcligeführt wird (ibid.). Der von Joseph seinen Brüdern nacligeschickte Diener hält denselben eine lange Rede (99 E), die Frau des Potiphar erzählt diesem nachträglich den wahren Sachverhalt (93 C, cf. Gen. R. c. 87), der Mutter Mosis legt Ephr. ein längeres Gebet in den Mund (197 B) u. dgl.

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