Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Commentarien des Ephraem Syrus im Verhältnis zur jüdischen Exegese
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 5)
- Language
- German
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zur jüdischen Exegese. 19 sich dessen so sehr bewusst, dass sie aus ihrer Unkenntniss oft gar keinen Hehl machten und sich auf mündliche Mittheilung der Juden beriefen1). Bei diesen aber waren Sprachkenntniss und traditionelle Erklärung der Bibel Beschäftigung und Besitz jedes Tironen. Die ängstlichste Sorgfalt überwachte den überlieferten Text und Synagoge und Lehrhaus verbreiteten das Verständniss desselben in die verschiedensten Kreise2). So befremdend es daher scheinen mag, so steht es doch durch die unzweideutigsten eigenen Zeugnisse fest, dass gerade die bedeutendsten unter den christlichen Exegeten, Origenes und Hieronymus, nicht nur ihre Kenntniss des hebräischen Textes, sondern meist auch dessen Erklärung jüdischen Lehrern verdankten3 4). Und lässt sich auch bei anderen christlichen Schriftsteilem, wie Justinus, Clemens, Eusebius und A. kein solcher directer Verkehr mit Juden nachweisen, so hat nichts destoweniger die Beurtheilung ihrer exegetischen Leistungen auf den jüdischen Einfluss Rücksicht zu nehmen und denselben mit in den Kreis der Untersuchung zu ziehen1־). Indessen mögen für das Verhältnis8 der christlichen Exegese zur jüdischen einstweilen die gegebenen Andeutungen genügen. Werke atiffassen (v. Gen. r. c. 8 נעשה אדם במי נמלך ד אמי אמר בלבו גמלך), als ihren Gegnern Justinus M., Tertullian und Ephr. Syr. (p. 18D) beistimmen, die hier das Mysterium der Trinität angedeutet finden (v. Rosenmueller 1. 1. II, 54 sq. und Knobel Genesis S. 17). Ebenso hat die moderne Exegese sich beim 52. Cap. des Jesajas für die Auffassung entschieden, die schon von Origines als die eines gelehrten Juden mitgetheilt wird, welcher ״den Knecht Gottes" als gleich dem israelitischen Volke im Exile erklärte (s. Gesenius Jesajas 111, 165). י) V. liieron. adv. Rufmum I, 8 *. Origenes et Clemens et Eusebius atque alii complures, quando de scripturis aliqua disputant ct volunt approbare quod dicunt, sic solent scribere: referebat mihi Hebraeus, et audivr ab Hebraeo, et Hebraeorum ista sententia est. 2) Vergl. über diese exegetischen Vorträge Zunz Gottesdienst], Vortr. 324 und 333. s) S. Grätz, Gesch. der Juden IV, 279 und 459 (2. Aufl 250 und 379 f.). 4) Einige Parallelen aus Kirchenvätern und Midraschim hat zuerst Dr. Graetz in dieser Monatsschrift Band 3 S. 311 ff. mitgetheilt*, über Eusebius 8. z. B. die zu Jes. 7, 8 gegebene Erklärung in Gesenius 2*