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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 1 · p. Seite 18

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 1
Article
Die Commentarien des Ephraem Syrus im Verhältnis zur jüdischen Exegese
Date
1868-01-01
Page
Seite 18 (sequence 4)
Language
German
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IS Die Commentarien des Ephraem Syrus im Verhältnis von Philo in seiner ganzen Schärfe ausgesprochene Grundsatz Geltung verschafft hatte, dass die Bibel durchweg auch noch einen tieferen, durch Inspiration erschliessbaren Sinn enthalte, dass jeder überflüssige Buchstabe, jeder ungenaue Ausdruck, jede Zahl, jeder Eigenname u. 8. w. nicht anders als allegorisch aufzufassen sei1). Von dieser Grundanschauung aus gelangten die Verehrer und Nachfolger Philo’s zu jener abgeschmackten allegorischen Exegese, welche zum grossen Theil die biblische Wissenschaft beherrscht hat, bis mit dem Wiederaufleben der Wissenschaften die Bibelexegese sich der jüdischen Forschungen des M.-A. bemächtigte2). Die einfachsten Erzählungen, die genauesten gesetzlichen Bestimmungen sollten nun auch — oder ausschliesslich — einen allegorischen, auf die Mysterien der christlichen Glaubenslehre bezüglichen Sinn enthalten, und diesen zu ermitteln, wurde nun Zweck der Exegese, mit welcher sich demgemäss Polemik gegen Juden und Judenthum verband! Je mehr es aber den Kirchenschriftstellern darum zu thun war, im Judenthume eine Vorstufe des Christenthums und den engen Zusammenhang beider aufzuzeigen, desto mehr mussten sie auf die jüdische Erklärung des A. T. eingehen, um die Gegner von ihrem eigenen Standpunkte aus anzugreifen und die christliche Auffassung gegen die jüdische zu stützen. Und wenn es für den heutigen Leser dieser polemischen oder exegetischen Werke unzweifelhaft hervortritt, dass die Juden in Bezug auf Kenntniss und richtiges Verständniss des Urtextes ihren Gegnern bei Weitem überlegen waren3], so waren die Kirchenväter selbst J) Ueber die Exegese Philo’s s. Frankel: Ueber palästinische und alexandrinische Schriftforschung (Progr. zur Eröffnung des jlid.-theol. Seminars) 6. 25 ff. und vor. Jahrg.: Heber die Ethik Philo’s f. a) Vergl. z. B. über Justinus M. Rosenmueller 1. 1. p. 192, über Ciemens Al. ib. p. 220 und 228 und über die kaum nennenswerthen, durchaus unselbständigen Leistungen der christl. Exegeten der folgenden Jahrlih. bis tief in’s M.-A Meyer: Geschichte der Schrifterklärung, Bd. I S. 57 ff. b) So wird jeder unbefangene Bibelforscher Gen. 1, 26 ״Wir wollen Menschen machen“ eher mit den Talmudisten nach biblischem Sprachgebrauch gleichsam als Selbstaufforderung zu dem grossen

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