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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1868-01-01 · Heft 1 · p. Seite 8

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
17 (1868)
Issue
Heft 1
Article
Aphorismen
Date
1868-01-01
Page
Seite 8 (sequence 6)
Language
German
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8 Aphorismen. Inhalt aufzufassen. Der Ungar war nie von Fanatismus und Glaubenshass beherrscht, in seinem Lande ging der Jude nicht durch Wogen und Flammen; aber es lebte in ihm ein Nationalstolz, der ihn mit Geringschätzung auf den, der nicht seines Stammes, herabsehen liess, und wie in früherer Zeit und dem heutigen Mecklenburg der Mensch erst mit dem Ritter und dem Bürger begann, so begann dem Magyaren die Menschheit erst mit dem Magyarenthum. Die Nationalität der Ungarn war in den letzten Jahren bedroht; sie machten die grösste Aristrengung, ihre nationale Freiheit zu behaupten, Europa blickte mit Spannung auf diesen Kampf, nahm aber mit Bedauern wahr, dass er nicht der Freiheit sondern ausschliesslich der Nationalität galt: die ungarischen Kammern gingen über die sogenannte Einancipation der Juden gewöhnlich zur Tagesordnung über. Ungarn hat nun seinen langjährigen Kampf mit Erfolg ausgekochten und es hat in ihm, auch Freiheit errungen: das Ministerium legte in den letzten Monaten den Kammern einen Gesetzentwurf über die völlige Gleichstellung der Juden vor, das Unterhaus nahm ihn einstimmig, das Haus der Magnaten mit an Einstimmigkeit grenzender Majorität (seehszig gegen vier Stimmen) an. Mancher verstimmende Misston tönt aus den Donaufürstenthümern und aus Serbien herüber. Ueber die Vorgänge in Serbien berichteten die in diesen Blättern ausführlich mitgetheilten Aktenstücke, die zugleich das Trostliehe brachten, die Erkenntniss, die Sache der Juden sei nicht ausschliesslich die seinige allein, sondern die der Menschheit, verbreite sich immer mehr und es müsse im Namen der Humanität für dieselbe eingetreten werden. Namentlich hat die Grossbritanische Regierung diese Erkenntniss an den Tag gelegt und ihrer energischen Verwendung ist es wohl zu verdanken, dass seit einiger Zeit die düsteren Klagen aus Serbien schweigen. Um desto ergreifender hallen sie aus Rumänien wieder: dort scheint der Fanatismus des Mittelalters, gepaart mit der es kennzeichnenden Rohheit, wieder zu erwachen. Wird doch dieser Fanatismus absichtlich von einer Partei aufgestachelt!

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