Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 17 (1868)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aphorismen
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 5)
- Language
- German
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Aphorismen. / an denen bis auf unsere Tage festgehalten wurde, das Recht des Menschen beim Adel und beziehungsweise beim Bürger an und kaum Jahrhunderte hätten diese Vorrechte zu vernichten vermocht. Der norddeutsche Reichstag hat begonnen, diesem Deutschlands Ehre verunglimpfenden Zustande ein Ziel zu setzen: er hat die Freizügigkeit erklärt, und es kann nicht mehr von dem über Nacht in Weimar, Rostock und anderen Städten Mecklenburgs weilenden Juden ein Kopfgeld verlangt werden; dass auch die anderen Schranken fallen werden verbürgt die zu neuem Leben erwachte Freiheit. Wie Kasten- und Ständewirthschaft auf den Juden drückten, hiervon gibt neben Mecklenburg Holstein ein Zeugniss. Diese Blätter haben mehrfach berichtet von den Verhandlungen der holsteinischen Ständeversammlung und wie die Sclieel-Plessen, Reventlow 11. A. den wohlwollenden Absichten des Königs von Dänemark entgegentraten; und noch eindringlicher sprechen folgende schlichte Worte der jüdischen Gemeinde zu Kiel, die in einem Rundschreiben zu Beiträgen zun! Aufbau einer Synagoge auffordert: ״Wie es sämmtlichen Gemeinden bekannt ist, existirte die Kieler israelitische Gemeinde bisher in Armuth und (war) lange Jahre allen erdenklichen Bedrükkungen ausgesetzt. Die Schranken, durch die verschiedenen Regierungen gesetzt, sind nunmehr gefallen, doch ist uns nichts geblieben als Armuth 1 “ — Der deutsche Jude hat eine dornenvolle Bahn durschritten: Deutschland hat Freiheit erlangt und die Dornbahn des Juden ist beendet. Ein Tag bildet mitunter durch eine grosse sich in ihm vollendende Thatsache die Grenzscheide zwischen einer in ihm sich abwicke״lnden und einer neu entstehenden Geschichtsperiode; ein Tag bringt zuweilen durch einen grossen Vorgang Entscheidung über die Geschicke auch nicht an diesem Vorgänge mitwirkender, sondern ihm fernstehender Völker. Die Schlacht bei Sadowa ist epochemachend auch in der Geschichte Ungarns, das in deren Folge seine Rechte wieder errungen und sich nun anschickt, den Begriff Freiheit nach seinem eigentlichen