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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 1 · p. Seite 32

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1867-01-01
Page
Seite 32 (sequence 7)
Language
German
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;I&assei abzuliefern, führt Verfasser auf Kaiser Sigismund zurück,׳ ^obwohl Spuren derselben schon im 12. Jahrhundert Vorkommen (S. 18). Auch die übrigen ausserordentlichen Steuern und Er- Pressungen entwickelt Verfasser scharfsinnig aus mittelalterlichen Principien. Und bei alle diesem Steuerdruck war der Hauptzweck desselben, der Schutz der Kaminerknechte, illusorisch. ,;Die Schutzlosigkeit blieb im Allgemeinen immer dieselbe, gleichviel, ob ein Privileg ertheilt war oder nicht" (S. 45). «•■־׳Man könnte das ganze Buch ausschreiben, soviel enthält es des Interessanten und Neuen. Indessen kann hier nur auf die Hauptthemata aufmerksam gemacht werden: Die besondere Schutzherrlichkeit des Erzbischofs von Mainz (S.4Gff.). Die Verhältnisse der Juden in den 5 Hauptgemeinden: Nürnberg, Regensburg, Augsburg, Cöln und Frankfurt a. M. Sie zeigen die mittelalterliche Theorie in ihrer Anwendung. Es ist schade, dass Verfasser nicht auch die Geschichte von Mainz behandelt hat, wozu Schaab viel Material aus Archiven geliefert hat. 1 Interessant ist das Capitel über Handel und Geldgeschäfte der Juden (S. 103 ff.). Verfasser weist nach, dass bis zu den Kreuzzügen die Juden meistens Grosshandel getrieben haben, wenigstens in Deutschland. In Folge dieser Berührung Europa’s mit Asien rissen christliche Kauflente den Grosshandel an sich und monopolisirten ihn, d. h. schlossen die Juden davon ebenso aus, wie von der Mitgliedschaft an den Gewerken, Zünften und Gilden. So blieb dem Juden nur der Handel im Kleinen und der Wucher, d. h. Geldgeschäfte auf Zins nah me, welche die Kirche verpönte und doch den Juden gestatten musste, weil es ein Bedürfniss war, irgendwo haare8 Geld zu beziehen. Sehr schön bemerkt Verfasser 8. 104: ״Es ist gewiss, dass die Juden von ihrem Monopol oft unmässigen Gebrauch gemacht und maneben Schuldner durch hohe Zinsen in das Verderben gestürtzt haben; es ist sehr erklärlich, dass die christliche Bevölkerung wegen des Wuchers zu grimmigem Hass gegen sie erregt wurde; -- aber haben wir darum ein Recht, den Juden des Mittelalters es vorzuwerfen, dass sie sich ausschliesslich den Geldgeschäften zuwandten? . Können wir es dem Hungernden vorwerfen, wenn er zuviel von der einzigen Speise isst, welche man ihm darreicht?" Gegen Oelsner., welcher in philanthropischer Schwärmerei einen Stein auf die Juden und ihren Wu-

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