Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 16 (1867)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die jüdische Religionsphilosophie über die Anthropomorphismen der Bibel
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 9)
- Language
- German
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über die Anthropomorphismen der Bibel. 23 * blijht — die allgemein herrschende Uebutig war. Und nicht nur die jüdischen Araber* auch der Italiener Schabtai Donolo6) scheint auf diesen talmudischen Satz Bezug zu nehmen, da er, von den biblischen Anthropomorphismen redend, hinzufügt: ״Alles dies ist nur nach dem Gebrauche und der Sprache der Menschen.« (כל קה לסי מנהג והדבור של בני ארם)• Und auch der deutsche Versasser der Pesikta sutarta hatte schon vor Maimuni diesen Satz auf die von der Gottesidee in menschlieber Ausdrucksweise redenden Schriftstellen angewendet. Selbst Philo wendet eine ganz ähnlich klingende Sentenz auf die vermenschlichenden Ausdrücke der Schrift an, wie dies Hr. Halberstarnm (in der hehr. Zeitschr. Hanescher 1863, Nr. 30) nachweist ף. Und ebenso glauben wir, dass auch das neue Testament — welches bekannter Massen häufig talmudische Anklänge hat —jenen Satz in ähnlichem Sinne gebraucht. Denn so sagt Paulus in dem Briefe an die Römer III, 5: neeva avd’QcoTtov Iwoo. Wir glauben überhaupt annehmen zu dürfen, nachdem im Talmud selber die Ansichten über diesen Grundsatz sich hochlieh zu widersprechen scheinen, so dass ein und derselbe Autor ein Mal für, ein ander Mal gegen denselben sich ausspricht — ein Widerspruch, der den meisten Lehrern der Mischna nachgewiesen worden ist8) — daher glauben ־wir, dass der Grundsatz ״die Thora redet nach der Sprache der Menschen" ursprünglieh eben nur in Ansehung der biblischen Anthropomorphismen aufgestellt worden sei. Und in diesem ursprünglichen Sinne war derselbe ein allgemein recipirter Lehr- 8atz, gegen welchen auch nicht Einem Gesetzlehrer Einwendung zu machen in den Sinn gekommen wäre. Doch bei dieser ursprünglichen Bedeutung des Satzes blieb man nicht stehen. Man fragte sich nämlich, ob derselbe nicht auch auf die pleonastisch scheinenden Ausdrücke der Schrift anzuwenden sei. Allein auf 6) A. a. 0. pag. 6. 7) S. auch Frankel: 176״her palästinische und alexandrinische Schriftforschung", 8. 40. 8) So schreiben die Tossafot zu Sota 24 a und zu Menachot 17b.1 :קשה ליישב שמועות דד״ת, דקשי רר״ם אד״רם ודר' יהודה אדר׳ יהודה ודר׳ יוסי אדר' יוסי ודר״׳ע אדר״ש.