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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 1 · p. Seite 22

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 1
Article
Die jüdische Religionsphilosophie über die Anthropomorphismen der Bibel
Date
1867-01-01
Page
Seite 22 (sequence 8)
Language
German
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22 Die jüdische Religionsphilosophie recht oft wiederkehrenden Satz: ,דברח תורה כלשון בני אדם ״die Thora redet nach der Sprache der Menschen“.2) Dagegen hat freilich R egg io s) einmal heftige Einsprache erhoben, indem er nachwies, dass überall, wo im Talmud eben jener Satz zum Vorschein kommt, niemals von Anthropomorphismen, sondern immer nur von überflüssigen Wortverdoppelungen die Hede sei4)־ Manche Gesetzlehrer wollten nämlich alle Pleonasmen (wie z. b. נתן•תתן ׳סקל יסקל ׳מאן ימאן ׳המצא תמצא) hermeneutisch benützen, um neue halachische Satzungen daraus zu deduciren; in solchen Fällen trat dann aber immer eine gegnerische Ansicht mit dem Grundsatz entgegen: ״Die Thora redet nach der Sprache der Menschen“ — womit gesagt werden wollte, dass, sowie im gewöhnlichen Sprachgebrauche derartige Wortwiederholungen blos zur grösseren Eleganz oder zur höheren Emphase angewendet werden, eben so sei dies auch in der Sprache der Bibel der Fall. Ja, in der ganzen talmudisehen Literatur sei auch nicht eine einzige Stelle nachzuweisen, in welcher jener Grundsatz auf die Anthropomorphismen der Schrift Bezug nehmen würde. Reggio beging hier jedoch den merkwürdigen Irrthum, dass er Maimuni für den Ersten hält, der diesen talmudischen Grundsatz auf die anthropomorphistischen Redensarten der Bibel bezieht6), während dies doch in der ganzen jüdich - arabischen Schule — so schon bei Juda b. Koreisch, bei Nissim b. Jakob, bei Baehja b. Pakuda, bei Jehuda ha־Levi, bei Abraham Ibn- Esra und Abraham Ibn-Daud, die sämmtlich vor Maimuni ge- 2) S. Mischna-Comment. Sanhedr. 10a. Jesode ha-Tora 1, §§ 9 und 12; More I. 26, 33, 46. 3) In der von Blumenfeld redigirten hebräischen Zeitschrift Ozar Nechmad I., 125. 4) S. z. B. Berach 31b. Pessach. 41a. Ketub 39b. Kidd. 17b• Bab. k. 85a. Bab. b. 111b. Abod. s. 27a. Sanhedr. 45a. Mack. 12a. Kerit. 9 a. Seb. 6 a. Menachot 17b. *) Er sagt: מאין יצא החלום הזה - לפרש מאמרם ז״ל דברה תורה באופן שיובן מטנו הרחקת הגשמות? אם לא שנגררו כלם אחרי הרטב״ם כעור הנסמך על הפקח ..... ונמצאו כולם שוגגים במקום שהיה רק אחד הטזיד .

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