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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 1 · p. Seite 24

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 1
Article
Die jüdische Religionsphilosophie über die Anthropomorphismen der Bibel
Date
1867-01-01
Page
Seite 24 (sequence 10)
Language
German
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2 *■ י"rtv *י Ana-lekten. eine derartig erweiterte Ausdehnung des Satzes wollte und konnte man nicht mehr so unbedingt Eingehen, da andererseits wieder der Grundsatz feststand, in der Thora habe jeder Buchstabe, geschweige denn jedes überflüssig scheinende Wort seine besondere Deutung und Bedeutung. Man bezog daher den in Ansehung der biblischen Anthropomorphismen unbestrittenen Lehrsatz nur dann auch auf die biblischen Pleonasmen, wenn die aus dem überflüssigen Worte zu deducirende Deutung durchaus nicht befriedigte. War jedoch für das überflüssige Wort irgend welche Deutung möglich, so hütete man sich wohl, jene erweiterte Anwendung des Satzes dabei geltend zu machen. — Und daher dürfte es kommen, dass Maimuni, ebenso wie seine Vorgänger, jenen talmudischen Satz auf die anthropomorphistisehen Ausdrücke der Schrift bezogen habe9]. (Fortsetzung folgt.) Analekten. Zur Charakteristik der talmudischen Rechtspflege. In den modernen Staaten wird im Namen des Staatsoberhauptes Hecht gesprochen: es liegt hierin die Andeutung, dass derjenige, der an der Spitze des Staates stehet, der oberste Hort und Schützer des Rechts sei. Die jüdischen Gerichte 9) Ausführlicheres über diesen Gegenstand brachte mein Artikel in der hebräischen Zeitschrift Mewasser, 1860, pag 187. Wir wollen hier nur noch Folgendes bemerken. Wie allgemein verbreitet, ja wie stereotyp die derartige Auffassung dieses Satzes schon vor Na imuni gewesen sein müsse, erhellt auch daraus, dass der stets schlagfertige Abraham b. David, Jesode hatora I. § 9 und 12, wo Maimuni zur Bekämpfung des Anthropomorphismus eben auf den Satz דברה תורה sich beruft, in Stillschweigen verharrt, ohne irgend ein Befremden über die derartige Auffassung dieses talmudischen Satzes zu äussern. Es ist wol ein argumentum e silentio, denn in der That, dieses Schweigen des Rabed spricht beredt für die Vertheidigung des Rambam.

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