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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1867-01-01 · Heft 1 · p. Seite 20

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
16 (1867)
Issue
Heft 1
Article
Die jüdische Religionsphilosophie über die Anthropomorphismen der Bibel
Date
1867-01-01
Page
Seite 20 (sequence 6)
Language
German
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; :15iö:.-3üdis'ch0. •:B;eligionspbilo',sbp11׳ie;׳• Die späte Redaction des Talmud hat, wie es scheint, ohne Auswahr alles eben vorhandene Material in das grosse talmudische Sammelwerk aufgenommen, ohne dass wir mithin die eigentlichen Autoren des Talmud für alles darin Vorhandene verantwortlich machen dürfen. — Ebenso trägt ja die Stelle Menach. 109, b durchweg den Charakter der Legende an sich. Simon der Gerechte, von dem dort die Rede ist, war überhaupt ein Lieblingsheld der Volkssage, was auch ganz in der Natur der Sache begründet ist. Denn wo die Quellen der Geschicte nur äusserst spärlich rieseln, da sprudeln immer die der Legende um so reichlicher. Dabei muss aber auch noch im Auge behalten werden, dass der Ausdruck שכינה im Talmud keineswegs als Be- Zeichnung für das eigentliche Wesen Gottes gilt6). Die talmudische Gotteslehre unterschied (ganz so wie wir dies später bei der arabisch-jüdischen Religionsphilosophie zu zeigen Gelegenheit haben. werden) zwischen der eigentlichen, über jede Art von Wahrnehmung erhabenen Wesenheit Gottes, und einer, auserwählten Männern zuweilen sichtbar werdenden Ausstrahlung Gottes. Nur Letzteres nannte die talmudische Ausdrucksweise ״Schechina“. Von solchem Gesichtspunkte aus wird selbst die obige Legende, nach welcher Simon der Gerechte alljährlich, beim Eintritt in’s Allerheiligste, die Schechina in der Gestalt eines Menschen gesehen, nicht mehr gar so grell anthropomorphistisch klingen7). Gegen die irrige Auffassung der biblischen Anthropomophismen, da hiedurch ganz unwürdige Begriffe von Gott — gleich- V;7;. אותם התלמידים בתלמוד מהשתדלם מפני שהיה אצלם ששיחת החכמים צריכה תלמוד.ואפשר שלא היו מבינים ענינו ויאמרו כך וכך שטענו וקבלנו. 6) Die im Talmud üblichen Bezeichnungen Gottes sind nach Krochmal (a. a. 0. cap. 12) die folgenden: ,רבון העולמים, רבלנו שי5 על^ם חי עולמים, צדיקו של עולם, שטים, מקום, הנבורה, רחמנא, הקדוש ברוך הוא, מלך מלכי המלכים. Diesen sind, indess noch drei hinzuzufügen, nämlich: קונה (Ohagig. 11b; Erub. 41b; Kidd. 82b), השם (Joma 4,1) und אבינו שבשטים (das. 8. 9). S. Ben Ohananja, 1866, Beil. Nro. 85. 7) Und ebenso auch jener, die Weltgegend der Schechina betreffende Meinungsstreit. S. Baba batra 25a: רב ששת 0בר שכינה בכל מקום, וד אבהו אמר שכינה במערב. i

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