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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 1 · p. Seite 36

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 1
Article
Zur Geschichte der Bibelkritik in Frankreich
Date
1866-01-01
Page
Seite 36 (sequence 5)
Language
German
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36 Analekten. des hohen Alterthums, Voltaire aber verstand nichts vom hohen Alterthum. Die ganze philosophische Schule des 18. Jahrhunderts, glanzend in den exacten Wissenschaften, hatte wenig Sinn für diese Art Studien, die dem mathematischen Geiste entgegengesetzte Anlagen voraussetzen. Doch wenn Voltaire schlecht Exegese trieb, so verdanken wir ihm, dass wir gute treiben können. Er verfocht die Freiheit des Denkens und leistete der Wissenschaft mehr Dienst, als mit der Lösung mancher in'8 Detail gehenden Frage. Die Academie des Inscriptions et belles-lettres hätte sich über dieses armselige Wissen erheben können, aber Unglücklieber Weise waren die biblischen Studien die schwächste Seite dieser gelehrten Gesellschaft. Die in den ersten Bänden der Memoires de!,Academie mitgetheilten Versuche des älteren Boivie, des älteren Fourmont, des Abbe Banier sind unrichtig und sogar chariatanartig. Doch allmälig hob sich die Wage der Studien. Drei ausgezeichnete Männer: Freret, Bourigny und Barthelemy berührten die hebräischen Alterthümer, zwar nur indirect aber doch hinreichend, um zu zeigen, was sie hätten leisten können, wenn sie frei gewesen oder vom Zeitgeiste getragen worden wären. Barthelemy gab den Schlüssei zur phönizischen Schrift und Sprache, und verschaffte so der hebräischen Philologie eines der wirksamsten Hülfsmittel. Freret und Bourigny verhielten sich als wissenschaftliche Laien, sie sahen den heiligen Text mit denselben Augen an, wie jeden andern alten Text, und legten daran dieselben kritischen Regeln. — Doch Frankreich ist ein Land von unermesslichen Hülfsquellen. Es hatte den Ruhm, diese Studien ,zu begründen, die es später zu zerstören schien, und hatte zuletzt die Ehre, einen Versuch zu machen, den man nicht hoch genug anschlagen kann, der sich zwar nicht an eine gewisse Methode hält, aber von einem seltenen Beobachtungsgeiste zeugt. Es ist das Werk: ״Conjectures sur 168 memoires originaux sont il parait que Moi’se 8'est servis pour composer 16 livre de la Genese." Der Verfasser ist Jean Astruc, Arzt und geschickter Physiolog aus der Montpellier’schen Schule, Er nahm, wie bekannt, mehrere Documente an, aus denen Moses die Genesis zusammengesetzt. Aber wenn man annimmt, dass Moses die Genesis verfasste, so ist dieses Zusammensetzen aus verschiedenen Documenten nur eine

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