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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 1 · p. Seite 14

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 1
Article
Die religiöse Duldung nach der europäischen Völkertafel
Date
1866-01-01
Page
Seite 14 (sequence 12)
Language
German
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W 14 Die religiöse Duldung J Jahres erfolgte Revision der Verfassungist in Schwede^, die frühere Schranke gefallen. Dass den Jaden das active aber nie bi־ las passive Wahlrecht eingeräumt wurde, wirft einen s.hatten auf den Staatsmann (Justizminister v. Geer), der die revidine' Verfassung ׳ entworfen und energisch durchgeführt. Wir können bei dem Ueberblick über die religiöse Duldung bei den Völkern Europa’s unser Auge nicht von der Türkei abwenden. Der muselmännische Fanatismus ist sprüchwörtlich geworden. Ob mit Recht? Scheiden ^vir, was der niederen Stufe der Bildung angehört; der Moslem befindet sich hier etwa auf dem Niveau des Christen des Mittelalters; wohin sich nun die Waage neigt, wird kaum einem Unbefangenen entgehen. Die Geschichte des Islams kennt nicht Scheiterhaufen und Niedermetzelung wehrloser Andersglaubender, der Islam predigte nicht Verfolgung wegen des Glaubens. Und es bedarf sogar nicht des Zurückgehens auf frühere Zeit. Christen und Mohainedaner befinden sich in vielen Provinzen des türkischen Reiches auf gleicher Stufe der Bildung: von wem gehen die Drangsale und Leiden der Juden in von ihnen zugleich mit Christen und Mohamedanern bewohnten Städten aus? Wie bekannt von Christen und nicht von Mohamedanern. Aber man führt die schnelle Verbreitung des Islam in den ersten Jahrhunderten nach seinem Erstehen an; sie war eine Fracht des glühenden Fanatismus seiner Bekenner. Halten wir jedoch auch hier ein ähnliches geschichtliches Ereigniss auf christlichem Boden entgegen: die Bekehrung der Sachsen durch Carl den Grossen, die Kreuzzüge, den Hussitenkrieg u. a., wie viel blutiger sind ihre Spuren als die des sich ausbreitenden Islam! Wir nehmen beim Mohainedaner nur die gewöhnliche Erscheinung wahr: die durch Nichtbildung geförderte Beschränktheit der geistigen Anschauungen erzeugt gewöhnlich religiöse Unduldsamkeit; und so dürfte denn der muselmanische Fanatismus in einem viel milderen Lichte erscheinen. Fügen wir noch zum Schlüsse hinzu: Der religiöse Fanatismus wird ferner durch übelgeleitete Erziehung und Standesvorurtheile gefördert. Die sanfte, tugendhafte Eli-

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