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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 1 · p. Seite 11

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 1
Article
Die religiöse Duldung nach der europäischen Völkertafel
Date
1866-01-01
Page
Seite 11 (sequence 9)
Language
German
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'־־^T T nach dereüropäiseheö Völkertafel. 11 Sitzung zur Verhandlung über diesen Gegenstand über. Aber der Magyarismus verschliessfc sieh nicht, wie Josika, Eötvös, Ddak, Toldy und andere, jeder Nation zur Zierde gereichende Männer genügend beweisen, den Ein wirk-mgen des erleuchteten Zeitgeistes; es darf der .Hoffnung Raum gegeben werden, dass auch in Ungarn der Nationalstolz auf sein rechtes Mass zurückgeführt, und clie Humanität den endlichen Sieg davontragen werde. Einen wesentlichen Bestandtheil des österreichischen Kaiserstaates bildet die slawische Bevölkerung. Ob bei dem grossen Volksstamme der Slawen der religiöse Fanatisinus urwüchsig sei, muss der Zeit Vorbehalten bleiben, in welcher der Slave seine Mündigkeit erreicht haben wird. Die Gegenwart zeigt sie nur in einem winzigen Bruchtheile der grossen Slavenfamilie, den Czechen, und auch hier ungemein beschränkt. Willenlose Sclaven und masslose Gebieter, dieses war bis auf die letzte Zeit die Bezeichnung für Slaventhum; der grosse Haufe war, unselbstständig und auf der untersten Stufe der Bildung stehend, ein blindes Werkzeug in der Hand seiner Despoten und geistlichen Führer. Die etwaigen Ausbrüche des Fanatismus sind daher bei ihm nicht auf Rechnung eines inneren, zu jenem sich hinneigenden Gefühls zu bringen. Fragen wir bei den höheren Ständen an, so dürfte r zumeist die Geschichte Polens von einem solchen Hinneigen sprechen. Aber eine Beleuchtung der zur Zeit seiner Selbstständigkeit obwaltenden verschrobenen Ver- ) hältnisse wird Manches in einem milderen Lichte erscheineu lassen. Die ritterliche Galanterie des Polen hatte die Zügel des Staates in clie Hände der Frauen gelangen lassen, Polen wurde durch seine Alles beherrschenden Frauen regiert. Und das weibliche Gemüth ist durch seine Schwäche und das vorwiegende Gemüthsleben für » den Fanatismus sehr empfänglich; wie Polen durch Frauen F und die sie lenkenden Jesuiten zu Grunde ging, so sind auf diese Quellen die Ausbrüche des Fanatismus zurückzuführen. Der Pole selbst scheint nach seinem eigentliehen Wesen nicht mit dem Fanatismus verwachsen zu sein. Die Juden fanden bei ihm Aufnahme, als im 14. Jahr-

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