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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1866-01-01 · Heft 1 · p. Seite 7

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
15 (1866)
Issue
Heft 1
Article
Die religiöse Duldung nach der europäischen Völkertafel
Date
1866-01-01
Page
Seite 7 (sequence 5)
Language
German
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rmcü üer ■ europiuscheu Völker taiel. fall eia mysteriöser Schleier, den za lüften bisher noch nicht gelungen ist. Dennoch darf die pyrenäische HaLbinsel den Vorwurf ihr sei religiöse Duldung fremd, mit dem Hinweise auf Portugal ablehnen. Portugal taucht erst im 11. Jahrhundert als selbstständiges Reich auf; bis dahin hat es seit der Einwanderung der germanischen Völker eine Go schichte mit Spanien, von dem es einen Theil ausmachte. Doch scheinen die Westgothen sich hier weniger ansässig gemacht zu haben; die Nachkommen der alten Lusitanie; mochten den eigentlichen Stamm der Bevölkerung bilden. Portugals Geschichte trägt nicht den westgothischen fanatischen Charakter, seine Könige treten oft den Uebergriffen der Geistlichkeit energisch entgegen, auch wurde deja blut״ gierigen Ausschreitungen der Inquisition häufig Einhalt gethan. Freilich gibt es gegen die Epidemie religiöser Unduldsamkeit keine abwehrende Schranke; das Beispiel Spaniens wirkte herüber, und die schändliche Treulosigkeit des mit den spanischen Königen, Ferdinand und Isabella, verschwägerten portugiesischen Manuel gegen die aus Spanien vertriebenen und von ihm aufgenommenen Juden, brandmarkt das Andenken dieses Königs für alle Zeiten. Doch war der Fanatismus in Portugal nicht en> demisch; hier wurde nicht Jagd auf Kryptojiiden gemacht* und wurden nicht für sie Scheiterhaufen errichtet. Dass Pombal seine grossen Reformen in den letzten Decennien des vorigen Jahrhunderts vornehmen konnte, spricht für die Empfänglichkeit des portugiesischen Volkes für Besseres, und nicht minder bezeichnend für das Verhältnis» der beiden pyrenäischen Reiche ist, dass Portugal in den Augen Spaniens als protestantisch betrachtet wird. Portugal, das weniger in finstern Kirchen glauben versunken, ist der religiösen Duldung zugänglich. In Lissabon hat sich seit einigen Jahren eine jüdische Gemeinde gebildet, die eine Synagoge hat. Auch in anderen Städten Portugals befinden sich kleine jüdische Gemeinden. Nur ein Blick auf Frankreich, und es drängt sich die Ueberzeugung auf, dass dieses Land nie der eigenb liehe Heerd des religiösen Fanatismus war. Es zollte i

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