Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 14 (1865)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur hebräischen Sprachforschung und biblischen Exegese
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 4)
- Language
- German
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״■ iiinU biblischen Exegese. 19 Exegese, die von jüdischen Interpreten bereits im elften Jahrhundert angebahnt und gefördert wurde, rehabilitirt zu haben. Nur Schade, dass sie auf dem Wege zu einem schönen Ziele, von einem Conjecturalschwindel erfasst, sich in einer Sackgasse verrannt hatte. Anstatt dem hebräischen Sprachgebrauch nachzuforschen und die mannigfachen Variationen und Scliattirungen, welche die hebräischen Wortformen im Laufe der Zeiten und der Lebens Verhältnisse durchgemacht haben, zu eruiren, um auf diesem einzig sichern Weg in der biblischen Gedankenwelt vorwärts zu kommen und heimisch zu werden, gefällt sich die kritische Schule sehr oft im Jagen nach Hypothesen und Conjecturen, die einerseits den Organismus des Bibeltextes grausam verstümmeln, andererseits aber auch dadurch den Glauben zu befestigen suchen, als wäre der Zustand der betreffenden Schriftstellen so verzweifelter Natur, das man besser daran thut, die Hoffnung ihres einstigen Verständnisses fahren zu lassen, und sich dafür lieber mit einem mehr oder minder gelungenen Flickwerke zufrieden zu geben. Den Beweis für die Richtigkeit unserer Ansicht hoffen wir in diesen Beiträgen zu liefern. Nachdem wir uns jedoch bereits an einem anderen Orte dahin ausgesprochen*), dass die biblische Exegese vornehmlich dadurch gefördert werden kann, dass man die dunklen Fartieen der Schrift einzeln — selbstverständlich unter steter Berücksichtigung ihres Zusammenhanges mit dein sie umgebenden Gedankenkreise — in den Mittelpunkt der Meditation stellt und von allen Seiten betrachtet, werden wir uns in diesen Beiträgen auf die genannte Behandlungsform beschränken, und die Bibelstellen so folgen lassen, wie sie sich uns darbieten. An die Spitze stellen wir den Epilog des Buches K011 eleth, der nach unserem Dafürhalten von den Schriftauslegern missverstanden wurde. Derselbe umfasst Cap. 12, V. Ü—14 und setzen wir denselben zur bequemem Hebersicht hieher: ויתר שהיה קהלת הכם עוד למר דערת את העם ואון והקר תקן משלים הרבה: בקש קהלת למצוא דברי הסין וכתוב ישר דברי אמת: דברי חכמים כדרבנות וכמשמרות נטועים בעלי אספוו־ז נתנו מרעה *) In unserer Abhandlung: ״Hebräische Philologie und biblische Exegese“, die sich eben unter der Presse befindet. 0*